344. Gespenstiger Fuchs.

Ein Hauptmann in Mainz wollte den Muth eines seiner neugeworbenen Soldaten prüfen. Zu dem Zwecke vermummte er sich als Fuchs und kroch um Mitternacht auf die Schanze, wo der Soldat Schildwache stand. Aus dessen Gewehr war zuvor heimlich die Ladung gezogen worden, aber durch eine Verwechslung hatte er ein anderes, geladenes erhalten. Als er den Fuchs auf sich zukommen sah, rief er dreimal: »Wer da?« und da keine Antwort erfolgte, schoß er ihn danieder. Seitdem geht um Mitternacht auf der Schanze (die das Fuchsloch heißt) der Hauptmann in Fuchsgestalt um, und wenn er eine Schildwache schlafen findet, weckt er sie dadurch, daß er ihr mit dem Schwanze unter der Nase hin- und herstreicht.

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Rechtsinhaber*in
Kolimo+

Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2026). Collection 72. 344. Gespenstiger Fuchs. 344. Gespenstiger Fuchs. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4hqzp.0