113. Der Jungfernsprung bei Dahn.

(Abweichung von Nr. 198 des Hauptwerkes.)


Auf einer waldigen Höhe bei Dahn ward einst ein unschuldiges Mädchen, welches einsam Kräuter sammelte, von einem geilen Jäger angefallen. Sie entsprang ihm und floh, von ihm verfolgt, bis vor auf die steile Felsenwand, die die Höhe gegen das Thal bildet. Da sie keinen andern Ausweg hatte, that sie in Gottes Namen den Sprung in die Tiefe, wobei sie sich nur den kleinen Finger1 verstauchte. Auf dem Platze, wohin sie gesprungen, [83] sprudelte gleich eine klare Quelle hervor. Die Feisenwand erhielt von der Begebenheit den Namen Jungfernsprung, und es ward ein hölzernes Kreuz darauf gesetzt.

Fußnoten

1 Statt des kleinen Fingers nennen Manche hier und in Nr. 198 des Hauptwerkes die kleine Zehe, und Andere den kleinen Finger und die kleine Zehe.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Baader, Bernhard. 113. Der Jungfernsprung bei Dahn. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4hnmp.0