Wo man ißt / gehe zů / Wo man gelt zelet / gehe von.

Teutschen haben vnder einander einn solchen freundtlichen willen geübet / vnnd noch / daß einer zů seim gůten freund einkeren mag / von dem jm fůtter vnn mahl nit versagt wirt / so gůt als es das hauß vermag. Ja wo einer zumassen ist kommen / da leut geessen haben / da ist jm erlaubt gwesen / hinzů zugehn / vnd mit zuessen / Dann wo sechs essen / da iße auch einer / daher das Sprichwort kommen: Wo man ißt / da soll man hinzů gehen. Niemād wirt arm vmb ein malzeit /auch nit reich mit einer malzeit. Herwiderūb / so ist vntrew vnd diebstal / vnehrlich vnd vnmenschlich allzeit bei den Teutschen gehalten worden / Darūb soll man daruon gehn / wo man gelt zelet / dieweil man einem mit gelt vntrew beweisen mag / mehr dann mit essen. Wo man gelt zelet / ist gefahr / gehe der gefahr müssig.

CC-BY-3.0


Rechtsinhaber*in
Kolimo+

Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2026). Collection 70. Wo man ißt / gehe zu / Wo man gelt zelet - gehe von. Wo man ißt / gehe zu / Wo man gelt zelet - gehe von. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4hmnv.0