Zu hof gibt man vil händ vnd wenig hertzen.

Man zeucht in den Herren höfen die jungen Herren darzů / dz sie jrer händ milt seind / vnd niemand die hand versagen. Vber diß so ists ein zeychen der vngnaden / wann man von Hofe nicht schreibt / vnnd die hand versagt. Es ist bei dē Teutschen einhandt gelübdt gehalten / als damit trew vnd glauben soll gehalten werden / als wir sagen: Er hat mirs mit der hand vnn mund gesagt / das ist / er hat mir seinn glauben vnnd trew zu pfand gesetzet.

Nun es ist erbarlich vnnd freuntlich / niemand die hand versagen. Man gibt zu hof vil händ vnd wenig hertzen / dann Judas kuß ist noch ein groß stuck bei der Herrn diener zu hof bliben. Joab ist noch nit todt /der den Abner kußte / vnd im kuß ein schwerdt durch jhn stieß Von frommen leuten sag ich nit / aber võ denen sag ich / welche hübsch grüssen / vnd im hertzen anders gedencken / dann die selbigen geben vil händ vnd wenig hertzen.

CC-BY-3.0


Rechtsinhaber*in
Kolimo+

Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2026). Collection 70. Zu hof gibt man vil händ vnd wenig hertzen. Zu hof gibt man vil händ vnd wenig hertzen. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4hm0w.0