Das pferdt stirbt offt ehe das graß wächst.

Grosser sorg wirt liederlich rath. Es gehn vil rede vnd anschläg in einen sack. Der mensch nimpt jm vil für /aber es ligt an Gott ob etwas drauß werde / oder nit. Die braut stirbt offt / ehe sie der breutgam zu kirchen füret. Es ist nichts gewiß / vnd gehen aller menschen anschläge mehr hindersich dann für sich. Es setzt offt einer sein Datum auff ein pferdt / kindt / gelt / etc. es erschlegt jm aber der hagel die hoffnung / daß das kindt oder pferdt eh stirbt oder erblindt / eh ers braucht / vnd das gelt eh ein dieb stilt / eh ers anlegt.

Es begibt sich offt vil / ehe mann den löffel zum maul bringt. Die kůw stirbt offt auff dem wege / ehe mann sie inn stall bringt.

Diß Sprichwort schlegt den sichern menschen [210] jhr vngewisse hoffnung ab / daß sie auff nicht / das dem glück vnderworffen / bochen.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Egenolff, Christian. Das pferdt stirbt offt ehe das graß wächst. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4hj6d.0