Das schiff geht nit allweg war es der schiffman haben wil.

Ein fürman kan nit allweg faren / dahin es gern wolt. Ein herr kan nit allweg regiern wie er wil / sonder wie das land vnn sein Ritterschafft wil / on deren hülff er ein eintzig man ist / vnd eben so wenig vermag als ein ander. Darumb můß er lůgen daß er die pferd fůrt /daß der wag hernach gehe / Wann die roß stützig werden / vnd nit nacher wöllen folgen / vnn ziehen wie der fůrman wil / so kan er nit faren. Also kan ein herr mit dem schiff seines lands nit allweg farn wohin ers leyt / sonder kompt ein windt drein / so gehts überzwerch. Ein Fürst můß die volg / stimm / vnd gehorsam seins lands vnnd Ritterschafft haben / Wie Sedechias in Hie. zu seiner Ritterschafft sagt: Es gezimpt sich nit daß ich euch etwas abschlag. Vnd můs der fůhrman offt mehr den pferden volgen / dann sie jm. Also ist ein Fürst nit allweg sein selbs / vnd können das schiff nit allzeit füren wie sie wöllen sonder wie die wind wehen vnd wöllen / es sei dann still / vnnd das land in seinn kopff gericht. Darumb ists nit allzeit der Fürsten schuldt / so etwas überzwerchs geht / aber vil / Dann recht vernunfft vnnd wol faren / hat einn grossen gehorsam der roß / Wenn ein narr drauff sitzt / vnn ietz zaufft / dann neben / hinder vnd fürsich fert der macht bald stetige pferd. Ein weisen man förcht iederman / einn weltweisen vnd frommen man ehret die gantze welt.

CC-BY-3.0


Rechtsinhaber*in
Kolimo+

Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2026). Collection 68. Das schiff geht nit allweg war es der schiffman haben wil. Das schiff geht nit allweg war es der schiffman haben wil. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4hj2z.0