Die gröste stärck / sich selbs überwinden.

Bei der gedult kennet mann den man.

Es ist kaum ein ding / das in der schrifft mehr geprisen wirt / als glaub / lieb / creutz / vnnd gedult. Der Christen sig stehet wie am haupt erscheinet / nit in widerschlagen / sonder in still ligen / leiden / vnd alle vngefäll uber vns her lassen faren.

In der gedult bringt man frucht / Luc. viij. In der gedult besitzen wir vnsere seelen. Die gedult aber bestehet in trübsal / vnnd wirt durch trübsal / leiden vnnd creutz gewirckt. Vnsers Herrgotts Esel sein /vnnd Gott mit gedult tragen / sigt wider alle feind. Psalm. ix.

Die gedult der armen wirt endtlich nicht verloren. Eccle. ij. Im fewer würdt goldt vnnd silber / vnnd durch leiden das hertz geprüfet.

Die Gott förchten / werden gedult haben / biß sie Gott ansihet. Nachlassen stillt vil zorn. Der gelert wirt bei der gedult bewert. Wiltu dich an eim rechen /so schweige / Vnnd laß jn toben / so hast jhn geschlagen. Meid / hilffts nicht / so leid. Wann mann einen wurm lang tritt / so krümpt er sich. Gedult zuhoch angespannt / wirt rasend. Verzeihe dem [321] glück sein thorheyt. Was sein můß das leid. Gedult sigt wider alles übel.

CC-BY-3.0


Holder of rights
Kolimo+

Citation Suggestion for this Object
TextGrid Repository (2026). Collection 68. Die gröste stärck - sich selbs überwinden. Die gröste stärck - sich selbs überwinden. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4hhnf.0