Die Bernhaut verkauffen / ehe der Beer gestochen ist.
Ante lentem augere ollam.

Die hüner verkauffen / ehe die eyer gelegt. Für die wiegen sorgen / ehe das kindt geborn ist. Der tochter einn man geben / ehe sie geborn wirt.

[53] Mann findt vil leut die nit tausent gülden sars für jr anschleg nemen / als / wie sie kinder außgeben / vnd reich machen wöllen / wie vil herd schaaff von einem zuziehen / als ob es an ihrem anschlagen lige / Aber es befindet sich offt / daß Gott jr gemeynglich spott /vnd wie jhenem baurn / so einn korb vol eyer gen marckt trüg / vnderwegen ein rechnung in vil jar machte / wie vil eyer jm sein hennen ein jar leget /was er drumb kauffen wolte / nemlich etlich schaaff /vnd ein kůw in einem jar / trůgen jme im andern jar zwey kelber / drei od' vier schaaf / im dritten würden der schaaff wol zehen / vnd der kelber drei / Im fünfften vnnd sechsten jar wolt er ein weib nemen / die müst so vil haben als er / In dem fiel er über einen zaun / zerbrache die eyer / vnd war alle hoffnung in einem augenblick auß. Also gehet es vilen. Mann sol jhm nicht fürnemen / sonder frei alles gelassen / nach gehabtem fleiß Got heym stellen / der macht reich vnd arm.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Egenolff, Christian. Die Bernhaut verkauffen - ehe der Beer gestochen ist. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4hh6m.0