213. Die verschwundene Quelle.

Schriftlich.


Im alten, von den Schweden einst zerstörten Ennabeuren hauste ein Graf. Des Grafen Töchterlein fiel in das durch das Dorf fließende Wasser; es soll ein Wasser von bedeutender Größe gewesen sein. Ob dieses Unglücks ließ der Graf einen kupfernen Kessel vor die Quelle einsenken; in die Quelle selber habe er Quecksilber gegossen und sei der Fluß verschwunden und Alt-Ennabeuren wasserarm geworden, bis heute auch das neue Dorf. Von dem Flusse soll keine Spur mehr zu entdecken sein1.

Fußnoten

1 Sagen vom Verschwinden der Quellen durch hineingeworfenes Quecksilber sind häufig. Siehe die Erklärung Rochholz A.S. I. S. 43.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Birlinger, Anton. 213. Die verschwundene Quelle. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4hd07.0