1.

Auf dem Obernauer Kirchthurm sei einst eine Tanne und Gras gewachsen. Der wolweise Rat beschloß, um das Gras wegzubringen, einen Esel, andere sagen einen Hagen, hinaufzuziehen, der es wegfressen sollte. Halb droben hing der Esel seine Zunge heraus und die Obernauer schrien: »Guckət aå, .r langət scheõ dərnå, .r ştrekt schəõ d' zung' 'rauss!« Seitdem neckt man diese Ortsbewohner mit der Geschichte, und es ist keinem zu raten, wenn er nicht den Buckel voll Schläg will, von der Sache bei den Obernauern anzufangen1.

Fußnoten

1 Von den Ertingern sagt man, sie hätten den »Ortshummel« hinaufgezogen. Vgl. G. Schwab, Volksbücher I. 346. Dieser Schwank kehrt in Schwaben unzähligemal wieder. Den Moosheimern bei Saulgau sagt man es auch nach, sie hätten einen Esel hinaufgezogen (Eselshenker). Vgl. unten.


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TextGrid Repository (2026). Birlinger, Anton. 1. [Auf dem Obernauer Kirchthurm sei einst eine Tanne]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4h9z2.0