1.

In der Rottenburger Gegend heißt es:
D' ştadt işt ə rëəchtĕ ştadt,
Kiəbingə işt ə bëtt.lsack,
Bühl işt ə Ləirəkübəl,
Hîschə işt ə Dek.l d.rüb.r,
Wurmlingə işt ə drëkigər Flëck,
Wendləzə işt ə Rattənëşt1.

Fußnoten

1 Stadt ist Rottenburg; Hirschau, Wurmlingen, Wendelsheim (Winolvishein Urk. 1243. Mone, Ztschr. III. 121). Die Wendelsheimer heißt man nur die »Rattenwedel«. Die Rottenburger heißen»G.şpän« = Spatzen; die Rottenburg-Ehinger»Hŏəmpə«. Die Kiebinger sind außer »Bëtt.lsäck« die »Mõfangər« und»ştangəştreckər« vgl. E. Meier, Sg. S. 361. Die Munderkinger und die Altheimer (Riedl.) haben den gleichen Necknamen. »Ləirəküb.l« ist der Kübel, in den man die »Ləirə«, d.h. das Letzte vom gepreßten Obst oder Wein laufen läßt, schlechtes Getränke, lat. »Lora«. In abgeleiteter Bedeutung bedeutet das Wort »Ləirəkübəl« einen »Langweiler«, einen, auf den man noch warten muß wie auf die »Ləirə«, die tropfweise herabläuft. Die von »Bühl« haben noch manches Neckwort auf sich. So spielt die »Bühlemer Mühle« eine Rolle: »då gåht's wiə uff d.r Bühləmər Mühlẽ schukweis«, weil sie kein Wasser hat; das Langsame ist immer charakteristisch. »Dek.l drübər« von Hirschau gesagt, geht auf den Nebel, der sich über Hirschau gern hält.

CC-BY-3.0


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TextGrid Repository (2026). Collection 64. 1. [D' stadt ist e rëechte stadt]. 1. [D' stadt ist e rëechte stadt]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4h9xc.0