1425. An Erich Bachmann

1425. An Erich Bachmann


Mechtshausen 10. Jan. 1904.


Lieber Erich!

Von ganzem Herzen wünsch ich dir und den Deinigen ein fröhliches Neujahr. Zugleich frag ich mal an, wie es euch geht.

Ich selbst kann mich nicht beklagen. Der Winter war mäßig kalt bis jetzt. Tagtäglich spatziert ich im Garten herum, obgleich nicht viel Neues zu sehn ist darin. Ein paar Stücke wurden rigolt und mit Sand und Kalk verbeßert. Bäume und sogar das Unkraut halten noch Winterschlaf. Nur der alte Haselnußbaum hängt berstend voller Kätzchen, die auf die weiblichen Blüthen warten, und die Schneeglöckchen keimen munter aus der harten Erdkruste hervor.

Leb wohl, lieber Erich! Viele Grüße an dich und deine Angehörigen von

deinem getr. Freunde Wilhelm.


Schwester, Neffe, Nichte laßen gleichfalls grüßen.

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CC-BY-4.0
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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Busch, Wilhelm. 1425. An Erich Bachmann. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4fvwp.0