1.

Auf dem Grunde des Wassers haust ein böser Geist, der Wassermann. Insoferne er in Brunnen wohnt, heißt er auch Brunnenmann. Wenn man in [185] den Brunnen hinabschaut, sieht er herauf. Velburg. Er ist Schreckgestalt für die Kinder: man warnt sie, nicht an das Wasser zu gehen, denn drinnen ist der Wassermann, der sie mit einer langen Hacke hinunterzieht. Spalt. – Die Mutter droht auch sonst dem bösen Kinde mit den Worten: »Wart nur, es kommt schon der Wassermann und nimmt dich mit!« oder: »Wart, ich gebe dich dem Wassermann!« – Er sieht die hinunterschauenden Kinder immer an, und winkt ihnen mit den Augen: der Blick zieht sie hinunter. Ebnat.

Daher singen die Kinder, wenn sie am Brunnen sind: »Brunnenmann, Brunnenmann, zieh mich nicht in den Brunnen hinein!« Treffelstein.


License
CC-BY-4.0
Link to license

Citation Suggestion for this Edition
TextGrid Repository (2026). Schönwerth, Franz Xaver von. 1. [Auf dem Grunde des Wassers haust ein böser Geist, der Wassermann]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4f13n.0