1286. Der Hagebuttenstrauch.

(S. Jahrb. Bd. IX. S. 131.)


Die Hagebutte (Juupbuum) scheint in Nordfriesland in alten Zeiten eine religiöse Bedeutung gehabt zu haben. Auf allen Höhenzügen, auch an den Wegen und auf Grabhügeln finden sich uralte Gesträuche dieser Art. Die Alten sahen es nicht gern, daß die Kinder diesen Strauch berührten oder die Hagebutten abpflückten. Wenn von »Wiedergängern« (die Personen, die nach ihrem Tode umgehen) erzählt wurde, oder wenn's irgendwo zur Nachtzeit nicht richtig war, so wurde der Juupbuum gewöhnlich in Verbindung gebracht, indem es bald hieß, bei dem Juupbuum sei das Gespenst erschienen, bald aber, es sei unter dem Juupbuum verschwunden.


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Zitationsvorschlag für diese Edition
TextGrid Repository (2026). Graesse, Johann Georg Theodor. 1286. Der Hagebuttenstrauch. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4c3xr.0