2.

Er trägt viele Namen: denn man soll ihn nicht beym rechten Namen nennen, ausser man setzt bey: »Gott wohne bey uns« – St. Kemnat – oder: »Gott behüte und bewahre uns!« Denn sonst macht er einen Kreuzsprung aus Freude darüber, daß ihm Gewalt eingeräumt wurde über den Menschen. Amberg.

Solcher Benennungen sind: der Böse – der Garandere – der Spani-Spadi-Spari-Speri-Fankerl, entsprechend dem Altsächsischen gêrfiund = Speerfeind – der Fankerl schlechtweg – der Guzigagl – der Drack – der Hollabirbou = Hollunderbeerbube – der Hörlseph – der Wuggerl, welches ich wohl zu Nordischem: Yggr, Beynamen des Odin, des Schrecklichen, halten darf – Alp, Schrötl – Urahnl. – Wie überall, ist auch in der Hölle der Name »Mayer« vertreten: der Teufel tritt als »Hörlmayer« auf.

Das Gothische Skôhsl = Teufelin, Unholdin, suche ich [40] im Opf. Schuchsl, Schuggsl, obwohl Goth. ô im Opf. ou fordert: es gilt von allzuhastigen, übereilenden, schußeligen Mädchen und steht genau demFankerl gegenüber, welches in gleichem Sinne von Knaben, auch Männern gebraucht wird.

CC-BY-3.0


Rechtsinhaber*in
Kolimo+

Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2026). Collection 50. 2. [Er trägt viele Namen: denn man soll ihn nicht beym rechten Namen]. 2. [Er trägt viele Namen: denn man soll ihn nicht beym rechten Namen]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4m27p.0