Eines verſtaͤndigen/ tapfferen und frommen Fuͤrſten/
Von dem fuͤrtrefflichſten Poeten
Virgilius/
Entworffen
Und
An dem Æneas/
Der nach Außſtehung vieler Muͤhſelig-
keit/ Gefahr und Zufaͤlle des wandelbahren
Gluͤcks endlich alle Hindernuͤß und Feinde uͤberwunden/
und ſeine von der Ewigen Vorſehung ihm verord-
nete Laviniam erlanget hat/
Gewieſen und geprieſen
Verteutſchet und in Heroiſche oder
Alexandriniſche Reime uͤbergeſetzet
1668. zu Coͤlln an der Spree: bey George Schultzen/
Churfuͤrſtl. Brandenb. Buchdrucker.
Jn Verlegun[g] desAutoris.
Des Durchlaͤuchtigſten/ Großmaͤchtig-
ſten Fuͤrſten und Herren/
Herren
Friderich Wilhelms/
Marggraffens zu Brandenburg/
des Heil. Roͤm. Reichs Ertz-Caͤmmerers und
Churfuͤrſtens/ in Preuſſen/ zu Magdeburg/ Juͤlich/ Cle-
ve/ Berge/ Stettin/ Pommern/ der Caſſuben und
Wenden/ auch in Schleſien/ zu Croſſen und Jaͤgern-
dorff Hertzogens/ Burggraffens zu Nuͤrnberg/ Fuͤrſtens
zu Halberſtadt/ Minden und Cammin/ Graffens zu
der Marck und Ravensberg/ Herrens zu Ravenſtein/
wie auch der Lande Lauenburg und
Buͤtow/ ꝛc. ꝛc.
Chur-Printz Carl Aemilius/
Printz Friedrichen/
Printz Ludowigen/
Seinen Gnädigſten Fuͤrſten
und Herren
Dediciret dieſes Buch
unterthaͤnigſt
[M.] Michael Schirmer.
[]
Unterthaͤnigſte
Zueignungs-Schrifft.
DIe Lacedæmonier/ wie Plutarchus
meldet/ ſuͤhreten einsmahls drey Choͤ-
[r]e auff: Der erſte beſtunde aus alten
herren/ der andere aus behertzten jun-
gen maͤnnern/ der dritte aus edlen knaben. Die
alten huben an und ſagten: Wir waren vor-
zeiten ſtarcke und tapffere leute. Darauff
ſprachen die maͤnner: Das ſeind nun wir/
hat einer luſt/ der mache ſich heran. De-
nen folgeten die edlen knaben/ die lieſſen ſich alſo
vernehmen: Wir werden dermal eins auch
brave leute werden.
Ebner maſſen fuͤhret das uhralte hochloͤbliche
Hauß Brandenburg viel fuͤrtreffliche Ahnen
und Helden auff/ welche bey des zu krieg- und frie-
denszeiten hohe und ungemeine tugenden an ſich
erſcheinen laſſen. Churfuͤrſt FriedrichI.
wurde wegen ſeiner erwieſenen kriegserfahrung
unter Kaͤyſer Sigiſinunden zum Reichs-Feldher-
ren wider die Hußiten erwaͤhlet/ da ihm der
Paͤpſtliche Nuncius zu Nuͤrnberg in der Se-
baldskirche ſelber das ſchwerdt angeguͤrtet. Deſ-
)( 2ſelben
[]Unterthaͤnigſte Zueignungs-Schrifft.
ſelben beyde Soͤhne wurdeu wegen ihrer helden-
thaten/ als Churfuͤrſt Friedrich II. der Marg-
graff mit den eiſernen zaͤhnen/ und Churfuͤrſt
Albrecht der Teutſche Achilles genennet/ dieſem/
der inſonderheit umb Kaͤyſer Friedrichen IV.
mit hertzhafftiger trewe ſich beliebt gemacht/
wird vom Enea Sylvio/ der nachmahls Pabſt
Pius II. wurde/ zum unſterblichen ruhm nach-
geſchrieben/ daß er zum oͤfftern Feldherr und in
unterſchiedlichen ſchlachten allemal im anzuge
der voͤrderſte/ und im abzuge der letzte geweſen
ſey. Deſſelben uhr-enckel Churfuͤrſt Joachi-
mus II. war Obriſter Feldherr wider die in Un-
gern und Oeſterreich einfallende Tuͤrcken/ und
halff dieſelben ſchlagen und verjagen. Gleich
wie aber dieſes Hauß allein umb friedens wil-
len und denſelben zu erhalten jederzeit die waffen
tapfferlich gefuͤhret: Alſo zaͤhlet es auch viel
thewre Regenten/ unter denen Churfuͤrſt Johan-
nes der Teutſche Cicero/ Joachimus I. Johan-
nes Georgius/ Joachimus Fridericus/ Johan-
nes Sigiſmundus/ und Georgius Wilhelm/
mit hohem ruhm herfuͤr leuchten/ die den guͤld-
nen friede ſo wol im Heil. Roͤm. Reiche/ als in
ihren landen zu unterſtuͤtzen und zu befoͤrdern
keine muͤh noch koſten geſparet/ ja die auch das
reich
[]Unterthaͤnigſte Zueignungs-Schrifft.
reich der kuͤnſte und ſprachen mit ſtifften fuͤrneh-
mer Academien und Landes-ſchulen zu vermeh-
ren ſich befliſſen haben. Dieſe des Chur-Hau-
ſes Brandenburg uhralte Ahnen und Stamm-
herren ſtehen im gemaͤhlde nach der reyhe auff
Chuꝛ- und Fuͤrſtlichen ſaͤalen/ und ſcheinen wie die
Lacedæmoniſche alte helden alſo zu reden: Wir
waren vorzeiten tapffere krieg- und frie-
dens-helden.
Wie nun/ nach dem ſprichwort; Kein adler ei-
ne taube heckt/ ſondeꝛn großmuͤhtige und tapffeꝛe
leute gleiche art zeugen: Alſo haben auch hochge-
meldte alte Churfuͤrſten und Ahnen ihres gleichẽ
gepflantzet/ ihren ſtul befeſtiget/ ihren nahmen
verewiget/ in dem ſie mit Goͤttlicher geſegnung
aus ihren lenden noch mehr Chur-Erben erbau-
et haben. Als da gehet nun herein und gleich-
ſam noch in dem gruͤnen fruchtbaren herbſt ſei-
nes alters der Durchlaͤuchtigſte Churfuͤrſt
Friedrich Wilhelm/ und kan den Lacedæ mo-
niſchen jungẽ helden-maͤñern/ die da ſagen: Nun
ſind wir ſtarcke und tapffere leute/ recht-
fuͤglich beyſtimmen/ und zwar ſolcher geſtalt/
daß er als ein Chriſtlicher Held ſich auff GOtt/
als dem ſchilde ſeines heiles ſicherlich verlaſſen
kan/ als der Seine Churfuͤrſtl. Durchl. perſon
)( 3in
[]Unterthaͤnigſte Zueignungs-Schrifft.
in allen obhanden ſtoſſenden gefaͤhrligkeiten
nicht allein maͤchtig bedecket und beſchuͤtzet/ ſon-
dern auch deſſelben rahtſchlaͤge und waffen alſo
geſegnet hat/ daß dadurch zwiſchen unterſchiede-
nen groſſen und maͤchtigen Koͤnigen/ Fuͤꝛſten und
Freyen Stadt-regimentern die ſchwere ſtreitig-
keiten geſchlichtet/ und friede gemachet/ auch dar-
bey Sr. Churfuͤrſtl. Durchl. Staat und nahme
vergroͤſſert/ und wie von Salomone geſchrieben
ſtehet/ ſein ſtul groͤſſer/ denn aller ſeiner Vaͤter
geworden iſt.
Wann aber/ wie der groſſe Staatslehrer Ta-
citus ſchreibet/ nicht groſſe kriegsheere/ nicht
maͤchtige ſchiffruͤſtungen/ nicht ſtarcke veſtun-
gen und bollwercke/ ſondern Fuͤrſtliche kinder der
Koͤnigreiche und Fuͤrſtenthuͤmber ſchutz und zier-
de ſind: Als hat ſich unſer gnaͤdigſter Chur-
fuͤꝛſt auch hertzlich zu erfreuen/ daß ihn der allguͤ-
tige Gott mit ſchoͤnen und lieblich her wachſen-
den Printzen/ die ſich immerdar befleißigen deſ-
ſen/ worzu ſie das erempel und lehren ihrer hoch-
benahmten Vorſteher aufriſchet und auffmun-
tert/ geſegnet und begabet hat. Welche ebe-
ner maſſen/ wie die Lacedæmoniſchen edle knaben
freudig aufftreten und ſagen koͤnnen: Wir
werden dermaleins auch tapffere Fuͤrſten
werden.
Die-
[]Unterthaͤnigſte Zueignungs-Schrifft.
Dieſes vexleyhe Ewren Hoch-Fuͤrſtlichen
Durchlaͤuchtigkeiten/
Gnaͤdigſter Chur-PrintzCarol Æmilius,
Printz Friedrich/
Printz Ludowig/
der hoͤchſte gewalthaber menſchlicher Koͤnigrei-
che/ und erhalte ſeinen Geſalbten Ewrer Durch-
laͤuchtigkeiten hochgeliebten Herrn Vater noch
viel jahr bey guter geſundheit/ gluͤcklicher und
geſegneter regierung. Hier halte ich ſtille/ und
eroͤffene Ewren Durchlaͤuchtigkeiten mein we-
niges vorhaben.
Ich habe das lateiniſche buch Virgilius/ wo-
rinne versweiſe und in gebundener rede von des
tapffern Fuͤrſten Eneens tugenden und helden-
thaten gehandelt wird/ in teutſche reime uͤber-
geſetzet/ woraus ich auch/ und zwar aus dem 7.
10. und 12ten buche Anno 1643. eine Comædia
oder vielmehr Tragico-Comœdia in ungebun-
dener rede verfertiget/ und vor Ewrer Durch-
laͤuchtigkeiten hochgeliebten Herren Vater/ un-
ſern gnaͤdigſten Churfuͤrſten/ mit dero Sr.
Churfl. Durchl. gnaͤdigſten gefallen und hoch-
ruͤhmlichen Munificentz damals gehalten habe.
Wil demnach dieſes und nun in druck außge-
fertigte buch Ew. Hoch Fuͤrſtl. Durchlaͤuchtigkei-
)( 4ten
[]Unterthaͤnigſte Zueignungs-Schrifft.
ten unterthaͤnigſt zugeeignet haben/ mit beyge
fuͤgtem unterthaͤnigſten anſuchen/ Ew. Hoch
Fuͤrſtl. Durchlaͤuchtigkeiten geruhen gnaͤdigſ
ſolches auff- und anzunehmen/ und meine gnaͤ
digſte Fuͤꝛſten und Herren zn verbleiben. Der all
guͤtige Gott und Vater des lichts/ von dem alle
gute gaben herab kommen/ der gebe und verley-
he unſerm gnaͤdigſten Churfuͤrſten/ der Durch-
laͤuchtigſten Churfuͤrſtin/ und dem gantzem hoch-
loͤblichſten Hauſe Brandenburg/ dem Hoch-
Fuͤrſtlichen Herren Staathalter/ und denen
hoch- und wohlverordneten Herren Raͤhten ein
geſundes/ froͤliches/ friedſames und geſegnetes
Newes Jahr/ und laſſe dieſe Zweygelein des
Chur-Brandenburgiſchen uhralten Stammes
zur freude Sr. Churfuͤrſtl. Durchl. und dem
Chur-Hauſe und gantzem lande zu troſt auff-
wachſen/ gruͤnen und ſich weit außbreiten; Daß
unter dererſelben ſchatten alle unterthanen in
friede und wohlſtande leben moͤgen/ biß wir in
das reich kommen/ da unſer glaube in ſchauen/
und unſere hoffnung in die genieſſung wird ver-
wandelt und verklaͤret werden; Da unſer ver-
ſtand wird haben volle erkaͤntnuͤß/ unſer wille
vollkommene heiligkeit und gerechtigkeit/ unſer
gewiſ-
[]Unterthaͤnigſte Zueignungs-Schrifft.
gewiſſen vollkommene ruhe und friede/ unſer
leib volle klarheit; Da unſere geſellſchafft wer-
den ſeyn alle außerwaͤhlete engel und menſchen/
da wir werden herrſchen uͤber ſuͤnde/ tod/ teuf-
fel und hoͤlle/ da unſere wohnung wird ſeyn der
newe himmel und die newe erde/ da unſere zeit
wird ſeyn die ewigkeit Amen.
Ew. Hoch-Fuͤrſtl. Durchlaͤuch-
tigkeiten
unterthaͤnigſter Diener
M. M. Schirmer.
[]
An den wolgeneigten Leſer.
DEr fuͤrtreffliche geſchichtſchreiber Diodor Si-
culus/ der in verfertigung ſeiner hiſtoriſchen buͤ-
cherey (davon ſieben ſtuͤcken durch gewalt der zeit
verfallen/ und noch drey und dreyßig vorhanden ſind/)
dreyßig jahr mit außſtehung vieler beſchwer/ gefahr und
reiſen durch Aſten und Europa zugebracht/ ſchreibet im
26. buche von gelehrten ſchrifftverfaſſern und kunſtver-
ſtaͤndigen freyer und unfreyer art alſo: Kein Poet/ noch
geſchichtſchreiber/ noch einiger kuͤnſtler kan allerdings
dem leſer und ſchawer gefallen; Es kan auch nicht ge-
ſchehen/ daß die ſterbliche natur/ ob ſie ſchon den zweck
erreichet hat/ maͤnnigliches gutachten erlange. Denn
weder Phidias/ der wegen ſeiner geſchnitzten helffenbei-
nern bildern in groſſer achtung und verwunderung ge-
halten worden/ noch Praxiteles/ der ſeinen ſteinernen
wercken einige gemuͤhtsbewegung ſinnreicher weiſe mit
untergemiſchet/ noch Apelles/ noch Parrhaſius/ welche
die mahlerkunſt mit geſchicklicher vermiſchung der far-
ben auf das hoͤchſte gebracht/ haben in ihrem thun und
wercken ſolch groß gluͤck erfahren/ daß ſie in ihrer kunſt
eine durchaus untadeliche verfertigung fuͤrzeigen koͤnten.
Denn wer iſt fuͤrtrefflicher und beruͤhmter/ als Home-
rus? ꝛc. Wenn nun Diodor/ der gleichfalls zur zeit des
kaͤyſers Auguſti gelebet hat/ des Virgilij werck von den
Trojaniſchen geſchichten/ das damals noch nicht an das
licht gekommen war/ haͤtte leſen und betrachten ſollen/
wuͤrde
[]Vor-Kede
wuͤrde er traun nicht/ wie von obgemeldten kuͤnſtlern/
wie auch von dem Homero ſelbſt/ daß an demſelben viel
zu tadeln/ auch von dem Virgilius alſo geurtheilet ha-
ben. Denn wie zwar Homerus in Griechenlande die
bahn/ ſo zu vieler menſchlichen dingen erkaͤntnuͤß fuͤhret/
zuerſt gebrochen/ und die natuͤrliche wiſſenſchafft/ des-
gleichen die kriegesſachen/ ſittenbaw und buͤrgerlichen
wandel gewieſen und gelehret hat; Alſo wird er billich
der vater der weißheit genennet: Weil er aber die an ſich
ſelbſt wahrhafftige geſchicht von dem Trojaniſchen krie-
ge mit viel laͤppiſchem fabelwercke/ das nirgend zu was
dienet/ anfuͤllet und alſo verunſtellet/ auch hin und wie-
der kein nachdencken/ maaß/ ordnung und zier erſcheinen
laͤſſot/ wird er von Diodoren/ und heutiges tages in der
letzten und kluͤgſten weltzeit von dem groſſen Scaliger/
der an ſtatt aller gelehrten wort- und ſprachen-richter ſi-
tzet/ rechtfuͤglich getadelt. Dieſer mann nun/ iſt nicht
außzuſprechen/ wie er den Virgilius ehret/ lobet/ und in
ſonderbarer verwunderung haͤlt. Bald nennet er ihn
einen geiſt der natur/ bald eine Idea und vollkommenes
muſter der weißheit/ bald eine richtſchnur des verſtandes
und aller ſachen geſchickligkeit. Mit wenigen: Er er-
ſtarret darob/ daß er an ihm keinen tadel finden kan. Dem
folgen nach Servius/ Turnebus/ Hortenſius/ Taub-
mannus und der aͤmbſige und viel beleſene Spanier Joh.
Ludov. de la Cerda, der beſte außleger des Poetens.
Dieſe und andere tragen einmuͤhtiglich und mit eiffri-
gem bemuͤhen allerhand gebluͤhme und geſteine zu den
Virgilius zu bekraͤutzen/ zu bekroͤnen/ zu beehren. Wann
dann nun dis buch ſo nuͤtzlich als lobwuͤrdig/ hat man
ſich
[]an den wolgeneigten Leſer.
ſich billich zu erfrewen deſſen/ daß es/ wiewol es der gute
Poet auf ſeinem todbette begehret hat/ den flammen nicht
iſt zugeeignet worden. Weswegen auch der hochloͤblich-
ſte Kaͤyſer Auguſt/ der dem Virgilius ſonderlich gewo-
gen geweſen/ dieſe verſe geſtellet und geſchrieben hat:
Die ich alſo reimweiſe verteutſchet habe:
Oder wie J. H. dieſelben/ dem verſtande nach/ geſetzet.
Sind alſo etlich hundert jahr/ daß dieſes buch durch
die gantze welt/ und ſonderlich in unſerm allgemeinem
vaterlande teutſcher nation mit groſſem nutz/ fortgang
und auffnehmen in erlernung der lateiniſchen ſprache
und anderer wiſſenſchafften/ (darumb es fuͤrnemblich
zu thun/ weil doch die ſprachen nur werckzeuge ſind/) iſt
gebrauchet worden. Demnach aber die Italianer/ Spa-
nier/
[]Vor-Rede
nier/ Frantzoſen/ und Niederlaͤnder ein jeder ſeine mut-
terſprache zu erweitern und außzuuͤben die buͤchereyen
durchgeſuchet/ und aus dem Griegiſchen und Lateiniſchen
viel buͤcher und ſchrifften in ihre ſprache uͤbergeſetzet: Ha-
ben wir Teutſchen nicht erſt hernach daran gedacht/ ſon-
dern ihnen/ als die in tieffem friede und ruhegenieß ſaſ-
ſen/ wir aber viel jahr lang mit dem leidigen kriege
verwickelt waren/ den vorzug laſſen muͤſſen: Seither
wir aber den lang-gewuͤnſchten friede von dem gnaͤdigen
Gott erbeten: Redet die ſache an ſich ſelbſt/ was fuͤr ei-
ne menge ſchrifften und buͤcher in Teutſcher ſprache in-
nerhalb zwantzig jahren ſind heraus gegeben und in druck
gebracht worden. Denn als der edle Opitz A. C. 1624.
den grund der teutſchen Poeſie geleget/ und als ein maͤch-
tiger heerfuͤhrer voran gezogen/ ſind ihm nach ſeinem
tode gefolget/ die (ſo zu reden) dieſes herrliche gebaͤu-
de und ſchloß auffgefuͤhrer/ und mehr und mehr geferti-
get haben; Als da ſind/ der ſinnreiche Buchner/ der
kurtzredende und ſcharffſinnige Flemming/ der kunſtmeh-
rende Ziegler D. (der die Italiaͤniſche Madrigalen
gluͤcklich nachgemacht/ und der teutſchen Poeſie gleich-
ſam eingepfropffet hat/) der hochſinnige/ Dach/ der lehr-
reiche Tzſcherning/ der uͤberirrdiſche geſangtichter Riſt/
der lehrartige Moſcheroch/ der kunſtmaͤchtige Schottel/
der redſelige wunderliebliche Harßdoͤrffer/ der hochthoͤ-
nende trawer-ſchawſpiel-tichter Gryphius/ der fried- und
luſtklingende Peukker/ der freudigholde waldſingende
David Schirmer/ Chur-Saͤchſiſcher buͤcherey vorſteher:
Dieſe und andere haben vermittelſt ihrer ruhm- und le-
ſewuͤrdigen ſchrifften/ die ſie theils ſelber mit ſinnrei-
chem
[]an den wolgeneigten Leſer.
chem nachdencken erfunden/ theils aus der Lateiniſch
Griegiſch-Frantzoͤſiſch- und Italiaͤniſchen ſprache ins
teutſche uͤbergeſetzt/ die zarte jugend gebeſſert und er-
bawet/ den leſer aber in gemein erfreuet und ergetzet.
Hieher gehoͤren auch die jenigen/ die in ungebun-
dner rede ſchoͤne buͤcher aus dem Lateinifchen ins Teut-
ſche gebracht haben. Als da iſt der weyland Schwe-
diſche Oberſte Lohhauſen und Obergebieter zu Roſtock/
welcher den geſchichtſchreiber Salluſtius/ desgleichen
Carl Melchior Groͤdnitz von Grodnaw/ welcher den
groſſen Staatslehrer den Tacitus/ hat außgehen laſſen.
Belangend meine wenige Perſon/ habe ich und Vir-
gilius einer den andern in die dreyßig jahr in die ſchule
gefuͤhret: Er hat mich die Lateiniſche Poeterey und viel
wunderlich dings/ ich ihn die Teutſche ſprache und reim-
kunſt gelehret. Wann er dann nun nicht geſonnen in
ſein vaterland Italien/ da kein Auguſtus noch guͤldenes
Rom mehr zu ſehen/ wiederumb zu kehren/ ſondern be-
liebnuͤß traͤget/ Teutſchland und deſſelben einverleibte
Chur- und Fuͤrſtenthuͤmer/ Graffſchafften/ maͤchtige
Reichs- und Anſeeſtaͤdte/ herrliche Schloͤſſer/ Pallaͤſte
und Ritterſitze/ ſchoͤne ſchiff- und fruchtreiche Fluͤſſe und
Bruͤcken/ beruͤhmte Bibliothecken/ Zeughaͤuſer/ beweh-
rete Veſtungen/ Waͤlle/ Graben/ Bollwercke/ Paſteyen/
kuͤnſtliche Foutaynen/ Springbrunnen/ Uhrwercke/
Gemaͤhlde/ Schildereyen und unzehliche Kunſtgeſchicke/
desgleichen viel ſchoͤne Kirchen und Cloͤſter/ dann auch
unterſchiedliche Regiments-Formen/ Geſetze/ landuͤbli-
che Gebraͤuche und Gewonheiten/ Turnier- und Ritter-
ſpiele/ vielerley Sitten/ Manier und hohe Schulen/ ſo
wol
[]Vor-Rede
wol auch koſtbahre und Mauſoleiſche Grabſtellen und
Schwibbogen/ und endlich viel weitberuͤhmte warme
Baͤder/ Heil- und Sauerbrunnen zu beſehen und zu be-
trachten/ habe ich ihn/ wiewol ungern/ ziehen laſſen/ und
erſuche hiemit den großguͤnſtigen Leſer denſelben auff-
und anzunehmen/ und ihm mit Gewogenheit und freund-
lichen Willen beygethan zu ſeyn und zu verbleiben.
Hiemit ſey ihm von mir ein freudenreiches/ geſundes
und geſegnetes Newes Jahr hertzlich gewuͤntſchet.
An Hn. M. Michael Schirmern/
Kaͤyſerlichen gekroͤnten Poeten/ und dreyßigjaͤhrigen
Jugend-Lehrern zum Berlin.
Als er den Lateiniſchen Poeten Virgilius Deutſche
Poetiſch uͤberſetzte.
[]
Madrigal.
[[1]]
Das Erſte Buch.
AEs
[2]Das Erſte Buch.
D
[3]Das Erſte Buch.
A 2Zer-
[4]Das Erſte Buch.
Tieff
[5]Das Erſte Buch.
A 3Vom
[6]Das Erſte Buch.
Der
[7]Das Erſte Buch.
A 4Was
[8]Das Erſte Buch.
Der
[9]Das Erſte Buch.
A 5Redt
[10]Das Erſte Buch.
Cy-
[11]Das Erſte Buch.
Auff
[12]Das Erſte Buch.
So
[13]Das Erſte Buch.
Als
[14]Das Erſte Buch.
So
[15]Das Erſte Buch.
Auffs
[16]Das Erſte Buch.
Nun
[17]Das Erſte Buch.
BDa
[18]Das Erſte Buch.
Da
[19]Das Erſte Buch.
B 2Da
[20]Das Erſte Buch.
Der
[21]Das Erſte Buch.
B 3Und
[22]Das Erſte Buch.
Wie
[23]Das Erſte Buch.
B 4Durch
[24]Das Erſte Buch.
denn
[25]Das Erſte Buch.
B 5Sie
[26]Das Erſte Buch.
Auff
[27]Das Erſte Buch.
Denn
[28]Das Erſte Buch.
Eneas/
[29]Das Erſte Buch.
Fuͤr
[30]Das Erſte Buch.
Ein
[31]Das Erſte Buch.
Die
[32]Das Erſte Buch.
Auch
[33]Das Erſte Buch.
CDas
[34]Das Erſte Buch.
Da
[35]Das Erſte Buch.
C 2Da-
[36]Das Erſte Buch.
Sich
[37]Das Erſte Buch.
C 3Er-
[38]Das Erſte Buch.
Und
[39]Das Erſte Buch.
C 4Daß
[40]Das Erſte Buch.
So
[41]Das Erſte Buch.
C 5Wil
[42]Das Erſte Buch.
Der
[43]Das Erſte Buch.
Die
[44]Das Erſte Buch.
Durch
[45]Das Erſte Buch.
Da
[46]Das Erſte Buch.
Da
[47]Das Erſte Buch.
Die
[48]Das Erſte Buch.
Der
[49]Das Erſte Buch.
DDaß
[50]Das Erſte Buch.
Da
[51]Das Erſte Buch.
D 2Sie
[52]Das Erſte Buch.
Den
[53]Das Erſte Buch.
D 3Laß
[54]Das Erſte Buch.
Er
[55]Das Erſte Buch.
DD
[56]Das Andere Buch.
Das Andere Buch.
Und
[57]Das Andere Buch.
D 5Da-
[58]Das Andere Buch.
Mit
[59]Das Andere Buch.
Ja
[60]Das Andere Buch.
Bin
[61]Das Andere Buch.
Den
[62]Das Andere Buch.
Bald
[63]Das Andere Buch.
Wir
[64]Das Andere Buch.
Tritt
[56[65]]Das Andere Buch.
EIch
[66]Das Andere Buch.
Mit
[79[67]]Das Andere Buch.
E 2All
[68]Das Andere Buch.
Das
[69]Das Andere Buch.
E 3Da
[70]Das Andere Buch.
E 4Stehn
[71]Das Andere Buch.
Es
[72]Das Andere Buch.
Wir
[73]Das Andere Buch.
E 5Be-
[74]Das Andere Buch.
Was
[75]Das Andere Buch.
Die
[76]Das Andere Buch.
Der
[77]Das Andere Buch.
Itzt
[78]Das Andere Buch.
Der
[79]Das Andere Buch.
Wir
[80]Das Andere Buch.
An-
[81]Das Andere Buch.
FOb
[82]Das Andere Buch.
Ver
[83]Das Andere Buch.
F 2Es
[84]Das Andere Buch.
Der
[85]Das Andere Buch.
F 3Da-
[86]Das Andere Buch.
Da
[87]Das Andere Buch.
F 4Ihr
[88]Das Andere Buch.
Es
[89]Das Andere Buch.
In
[90]Das Andere Buch.
(Ob
[91]Das Andere Buch.
Das
[92]Das Andere Buch.
Ich
[93]Das Andere Buch.
Wil
[94]Das Andere Buch.
Wilſt
[95]Das Andere Buch.
Die
[96]Das Andere Buch.
Sie
[97]Das Andere Buch.
GIch
[98]Das Andere Buch.
Und
[99]Das Andere Buch.
G 2Dem
[100]Das Andere Buch.
Nun
[101]Das Andere Buch.
G 3Da-
[102]Das Andere Buch.
Ich
[103]Das Andere Buch.
G 4Und
[104]Das Andere Buch.
Ich
[105]Das Andere Buch.
G 5Umb
[106]Das Andere Buch.
Ich
[107]Das Dritte Buch.
Das Dritte Buch.
Uns
[108]Das Dritte Buch.
Und
[109]Das Dritte Buch.
Den
[110]Das Dritte Buch.
Mit
[111]Das Dritte Buch.
Wir
[112]Das Dritte Buch.
Der
[113]Das Dritte Buch.
HGib
[114]Das Dritte Buch.
Da
[115]Das Dritte Buch.
H 2Laßt
[116]Das Dritte Buch.
Ich
[117]Das Dritte Buch.
H 3Mit
[118]Das Dritte Buch.
Da
[119]Das Dritte Buch.
H 4Nun
[120]Das Dritte Buch.
Wir
[121]Das Dritte Buch.
H 5Gleich
[122]Das Dritte Buch.
Der
[123]Das Dritte Buch.
Daß
[124]Das Dritte Buch.
Ihr
[125]Das Dritte Buch.
Die
[126]Das Dritte Buch.
Wir
[127]Das Dritte Buch.
Fuͤr
[128]Das Dritte Buch.
Wie
[129]Das Dritte Buch.
JEr
[130]Das Dritte Buch.
Mit
[131]Das Dritte Buch.
J 2Was
[132]Das Dritte Buch.
Und
[133]Das Dritte Buch.
J 3Das
[134]Das Dritte Buch.
Da
[135]Das Dritte Buch.
J 4Will
[136]Das Dritte Buch.
Da
[137]Das Dritte Buch.
J 5Poli-
[138]Das Dritte Buch.
Wo
[139]Das Dritte Buch.
Er
[140]Das Dritte Buch.
Drauff
[141]Das Dritte Buch.
Itzt
[142]Das Dritte Buch.
Du
[143]Das Dritte Buch.
Da
[144]Das Dritte Buch.
Wie
[145]Das Dritte Buch.
KDaſ-
[146]Das Dritte Buch.
Ihr
[147]Das Dritte Buch.
K 2Der
[148]Das Dritte Buch.
Als
[149]Das Dritte Buch.
K 3Die
[150]Das Dritte Buch.
Ein
[151]Das Dritte Buch.
K 4So
[152]Das Dritte Buch.
Gab
[153]Das Dritte Buch.
K 5Da
[154]Das Dritte Buch.
[155]Das Vierdte Buch.
Das Vierdte Buch.
Die
[156]Das Vierdte Buch.
Nach
[157]Das Vierdte Buch.
An
[158]Das Vierdte Buch.
So
[159]Das Vierdte Buch.
Gebaͤt
[160]Das Vierdte Buch.
Sie
[161]Das Vierdte Buch.
LIch
[162]Das Vierdte Buch.
Wenn
[163]Das Vierdte Buch.
L 2Da
[164]Das Vierdte Buch.
Der
[165]Das Vierdte Buch.
L 3Das
[166]Das Vierdte Buch.
Ein
[167]Das Vierdte Buch.
L 4Des
[168]Das Vierdte Buch.
Er
[169]Das Vierdte Buch.
L 5En-
[170]Das Vierdte Buch.
Der
[171]Das Vierdte Buch.
Er
[172]Das Vierdte Buch.
Den
[173]Das Vierdte Buch.
Des
[174]Das Vierdte Buch.
War-
[175]Das Vierdte Buch.
Was
[176]Das Vierdte Buch.
Ja
[177]Das Vierdte Buch.
MIch
[178]Das Vierdte Buch.
So
[179]Das Vierdte Buch.
M 2Es
[180]Das Vierdte Buch.
Bald
[181]Das Vierdte Buch.
M 3Alß
[182]Das Vierdte Buch.
Sie
[183]Das Vierdte Buch.
M 4Wenn
[184]Das Vierdte Buch.
Er
[185]Das Vierdte Buch.
M 5Sie
[186]Das Vierdte Buch.
Er-
[187]Das Vierdte Buch.
Die
[188]Das Vierdte Buch.
Ge-
[189]Das Vierdte Buch.
Wie
[190]Das Vierdte Buch.
Und
[191]Das Vierdte Buch.
Ge-
[192]Das Vierdte Buch.
Solch
[193]Das Vierdte Buch.
NEneas
[194]Das Vierdte Buch.
Und
[195]Das Vierdte Buch.
N 2Haͤtt
[196]Das Vierdte Buch.
Daß
[197]Das Vierdte Buch.
N 3Zu
[198]Das Vierdte Buch.
Daß
[199]Das Vierdte Buch.
N 4Doch
[200]Das Vierdte Buch.
Wars
[201]Das Vierdte Buch.
N 5Man
[202]Das Vierdte Buch.
[203]Das Fuͤnffte Buch.
Das Fuͤnffte Buch.
Was
[204]Das Fuͤnffte Buch.
Bey
[205]Das Fuͤnffte Buch.
Ihr
[206]Das Fuͤnffte Buch.
Der
[207]Das Fuͤnffte Buch.
Thun
[208]Das Fuͤnffte Buch.
Kreucht
[209]Das Fuͤnffte Buch.
ODa
[210]Das Fuͤnffte Buch.
Der
[211]Das Fuͤnffte Buch.
O 2Die
[212]Das Fuͤnffte Buch.
Nach
[213]Das Fuͤnffte Buch.
O 3Geh
[214]Das Fuͤnffte Buch.
Doch
[215]Das Fuͤnffte Buch.
O 4Die
[216]Das Fuͤnffte Buch.
Er
[217]Das Fuͤnffte Buch.
O 5Die
[218]Das Fuͤnffte Buch.
Als
[219]Das Fuͤnffte Buch.
Gibt
[220]Das Fuͤnffte Buch.
Mit
[221]Das Fuͤnffte Buch.
Er
[222]Das Fuͤnffte Buch.
Ich
[223]Das Fuͤnffte Buch.
Und
[224]Das Fuͤnffte Buch.
Nach
[225]Das Fuͤnffte Buch.
PIch/
[226]Das Fuͤnffte Buch.
Das
[227]Das Fuͤnffte Buch.
P 2Dẽn
[228]Das Fuͤnffte Buch.
So
[229]Das Fuͤnffte Buch.
P 3Mit
[230]Das Fuͤnffte Buch.
Und
[231]Das Fuͤnffte Buch.
P 4Er
[232]Das Fuͤnffte Buch.
Bald
[233]Das Fuͤnffte Buch.
P 5Eneas
[234]Das Fuͤnffte Buch.
Und
[235]Das Fuͤnffte Buch
Es
[236]Das Fuͤnffte Buch.
Das
[237]Das Fuͤnffte Buch.
Die
[238]Das Fuͤnffte Buch.
Ein
[239]Das Fuͤnffte Buch.
Dem-
[240]Das Fuͤnffte Buch.
Nichts
[241]Das Fuͤnffte Buch.
QSie
[242]Das Fuͤnffte Buch.
O ar-
[243]Das Fuͤnffte Buch.
Q 2Itzt
[244]Das Fuͤnffte Buch.
Den
[245]Das Fuͤnffte Buch.
Q 3Was
[246]Das Fuͤnffte Buch.
Es
[247]Das Fuͤnffte Buch
Q 4Eneas
[248]Das Fuͤnffte Buch.
Die-
[249]Das Fuͤnffte Buch.
Q 5Und
[250]Das Fuͤnffte Buch.
Und
[251]Das Fuͤnffte Buch.
Zu
[252]Das Fuͤnffte Buch.
Be-
[253]Das Fuͤnffte Buch.
Ge-
[254]Das Fuͤnffte Buch.
Zu
[255]Das Fuͤnffte Buch.
Fuͤr
[256]Das Fuͤnffte Buch.
Zu
[257]Das Fuͤnffte Buch.
RZu
[258]Das Fuͤnffte Buch.
Ver-
[259]Das Sechſte Buch.
Das Sechſte Buch.
R 2Und
[260]Das Sechſte Buch.
Zu
[261]Das Sechſte Buch.
R 3Des
[262]Das Sechſte Buch.
Und
[263]Das Sechſte Buch.
R 4Hat
[264]Das Sechſte Buch.
Allein
[265]Das Sechſte Buch.
R 5Dar-
[266]Das Sechſte Buch.
Umb
[267]Das Sechſte Buch.
Der
[268]Das Sechſte Buch.
Sehr
[269]Das Sechſte Buch.
In
[270]Das Sechſte Buch.
Mit
[271]Das Sechſte Buch.
O daß
[272]Das Sechſte Buch.
Von
[273]Das Sechſte Buch.
SDann
[274]Das Sechſte Buch.
Es
[275]Das Sechſte Buch.
S 2Er
[276]Das Sechſte Buch.
Sie
[277]Das Sechſte Buch.
S 3Und
[278]Das Sechſte Buch.
Mit
[279]Das Fuͤnffte Buch
Ein
[280]Das Sechſte Buch.
Eneas
[281]Das Sechſte Buch.
S 5Viel
[282]Das Sechſte Buch.
Ich
[283]Das Sechſte Buch.
Und
[284]Das Sechſte Buch.
Der
[285]Das Sechſte Buch.
Dann
[286]Das Sechſte Buch.
Ge-
[287]Das Sechſte Buch.
Sie
[288]Das Sechſte Buch.
Allein
[289]Das Sechſte Buch.
TDa
[290]Das Sechſte Buch.
Und
[291]Das Sechſte Buch.
T 2Dn
[292]Das Sechſte Buch.
In
[293]Das Sechſte Buch.
T 3Allein
[294]Das Sechſte Buch.
An
[295]Das Sechſte Buch.
T 4Stracks
[296]Das Sechſte Buch.
In
[297]Das Sechſte Buch.
T 5So
[289[298]]Das Sechſte Buch.
Es
[299]Das Sechſte Buch.
Mit
[300]Das Sechſte Buch.
Da
[301]Das Sechſte Buch.
Als
[302]Das Sechſte Buch.
Da
[303]Das Sechſte Buch.
Da
[304]Das Sechſte Buch.
Diß
[305]Das Sechſte Buch.
UEin
[306]Das Sechſte Buch.
Das
[307]Das Sechſte Buch.
U 2So
[308]Das Sechſte Buch.
Sind
[309]Das Sechſte Buch.
U 3Die
[310]Das Sechſte Buch.
Be-
[311]Das Sechſte Buch
U 4Ach
[312]Das Sechſte Buch.
Wer
[313]Das Sechſte Buch.
U 5Und
[314]Das Sechſte Buch.
Haͤtt
[315]Das Sechſte Buch.
Nach
[316]Das Sechſte Buch.
Das Siebende Buch.
Und
[317]Das Siebende Buch.
Und
[318]Das Siebende Buch.
Der
[319]Das Siebende Buch.
Ein
[320]Das Siebende Buch.
Nimſt
[321]Das Siebende Buch.
XDas
[322]Das Siebende Buch.
Haͤlt
[323]Das Siebende Buch.
X 2Als
[324]Das Siebende Buch.
Die
[325]Das Siebende Buch.
X 3Er
[326]Das Siebende Buch.
Sein
[327]Das Siebende Buch.
X 4Der
[328]Das Siebende Buch.
Nehmt
[329]Das Siebende Buch.
X 5Ver-
[330]Das Siebende Buch.
Ihr
[331]Das Siebende Buch.
Nach
[332]Das Siebende Buch.
Er
[333]Das Siebende Buch.
Von
[334]Das Siebende Buch.
Mit
[335]Das Siebende Buch.
Ent-
[336]Das Siebende Buch.
Der
[337]Das Siebende Buch.
YEr
[338]Das Siebende Buch.
Durch
[339]Das Siebende Buch.
Y 2Der
[340]Das Siebende Buch.
Da
[341]Das Siebende Buch.
Y 3Hoho!
[342]Das Siebende Buch.
Nimmt
[343]Das Siebende Buch.
Y 4Die
[344]Das Siebende Buch.
Stoͤßt
[345]Das Siebende Buch.
Y 5Es
[346]Das Siebende Buch
Und
[347]Das Siebende Buch.
[348]Das Siebende Buch.
Die
[349]Das Siebende Buch.
Er
[350]Das Siebende Buch
Man
[351]Das Siebende Buch.
Und
[352]Das Siebende Buch.
Da
[353]Das Siebende Buch.
ZIch
[354]Das Siebende Buch.
Zum
[355]Das Siebende Buch.
Z 2Das
[356]Das Siebende Buch.
Wie
[357]Das Siebende Buch.
Z 3In
[358]Das Siebende Buch.
Und
[359]Das Siebende Buch.
Z 4Und
[360]Das Siebende Buch.
Der
[361]Das Siebende Buch.
Z 5Nach
[362]Das Siebende Buch.
Auff
[363]Das Siebende Buch.
Ge-
[364]Das Siebende Buch.
Da
[365]Das Siebende Buch.
Das
[366]Das Achte Buch.
Das Achte Buch.
Und
[367]Das Achte Buch
Und
[368]Das Achte Buch.
Und
[369]Das Achte Buch.
AaDas
[370]Das Achte Buch.
Er
[371]Das Achte Buch.
A a 2Dem
[372]Das Achte Buch.
Der
[373]Das Achte Buch.
Aa 3Der
[374]Das Achte Buch.
Das
[375]Das Achte Buch.
A a 4Anchiſes
[376]Das Achte Buch.
Laͤßt
[377]Das Achte Buch.
A a 5Er
[378]Das Achte Buch.
In
[379]Das Achte Buch.
Er
[380]Das Achte Buch.
Der
[381]Das Achte Buch.
Stracks
[382]Das Achte Buch.
Ge-
[383]Das Achte Buch
Dort
[384]Das Achte Buch.
Zu
[385]Das Achte Buch.
BbJa
[386]Das Achte Buch.
Er-
[387]Das Achte Buch.
Bb 2Er
[388]Das Achte Buch.
Schau!
[389]Das Achte Buch.
B b 3Be-
[390]Das Achte Buch.
Als
[391]Das Achte Buch
B b 4Was
[392]Das Achte Buch.
Die
[393]Das Achte Buch.
B b 5Und
[394]Das Achte Buch.
Den
[395]Das Achte Buch.
Und
[396]Das Achte Buch.
Sich
[397]Das Achte Buch.
Zur
[398]Das Achte Buch.
Und
[399]Das Achte Buch.
Sie
[400]Das Achte Buch.
Evan-
[401]Das Achte Buch.
C cUnd
[402]Das Achte Buch.
Be-
[403]Das Achte Buch.
C c 2Sich
[404]Das Achte Buch.
Itzt
[405]Das Achte Buch.
C c 3Itzt
[406]Das Achte Buch.
Wie
[407]Das Achte Buch.
C c 4Por-
[408]Das Achte Buch.
Die
[409]Das Achte Buch.
C c 5Ent-
[410]Das Achte Buch.
Der
[411]Das Achte Buch.
Es
[412]Das Achte Buch.
In
[413]Das Achte Buch.
Nam
[414]Das Neunde Buch.
Das Neunde Buch
Was
[415]Das Neunde Buch
Ge-
[416]Das Neunde Buch.
Ge-
[417]Das Neunde Buch.
D dWie
[418]Das Neunde Buch.
Und
[419]Das Neunde Buch.
D d 2Trug
[420]Das Neunde Buch.
Abneh-
[421]Das Neunde Buch.
D d 3Und
[422]Das Neunde Buch.
Dar-
[423]Das Neunde Buch.
D d 4Ein
[424]Das Neunde Buch.
Gege-
[425]Das Neunde Buch.
D d 5Und
[426]Das Neunde Buch.
Wo
[427]Das Neunde Buch
So
[428]Das Neunde Buch.
(Geſtalt
[429]Das Neunde Buch.
Die
[430]Das Neunde Buch.
Auff
[431]Das Neunde Buch.
Er
[432]Das Neunde Buch.
Auch
[433]Das Neunde Buch.
E eDrauff
[434]Das Neunde Buch.
Der
[435]Das Neunde Buch.
E e 2Von
[436]Das Neunde Buch.
Drumb
[437]Das Neunde Buch.
E e 3Nicht
[438]Das Neunde Buch.
Laß
[439]Das Neunde Buch
E e 4Drey-
[440]Das Neunde Buch.
Es
[441]Das Neunde Buch.
E e 5Was
[442]Das Neunde Buch.
Ward
[443]Das Neunde Buch.
So
[444]Das Neunde Buch.
So
[445]Das Neunde Buch.
Ein
[446]Das Neunde Buch.
Bald
[447]Das Neunde Buch.
Ver
[448]Das Neunde Buch.
Es
[449]Das Neunde Buch.
F fFuͤhrt
[450]Das Neunde Buch.
Die
[451]Das Neunde Buch.
F f 2So
[452]Das Neunde Buch.
Den
[453]Das Neunde Buch.
F f 3Ein
[454]Das Neunde Buch.
In
[455]Das Neunde Buch.
F f 4Die
[456]Das Neunde Buch.
All-
[457]Das Neunde Buch.
F f 5Friſch
[458]Das Neunde Buch.
Der
[459]Das Neunde Buch.
Der
[460]Das Neunde Buch.
Die
[461]Das Neunde Buch.
Der
[462]Das Neunde Buch.
Der-
[463]Das Neunde Buch.
Nicht
[464]Das Neunde Buch.
Der
[465]Das Neunde Buch.
G gUnd
[466]Das Neunde Buch.
Als
[467]Das Neunde Buch.
G g 2Und
[468]Das Neunde Buch.
Und
[469]Das Neunde Buch.
[470]Das Zehende Buch.
Das Zehende Buch.
Wenn
[471]Das Zehende Buch.
G g 4Wilſt
[472]Das Zehende Buch.
Zum
[473]Das Zehende Buch.
G g 5Und
[474]Das Zehende Buch.
Hat
[475]Das Zehende Buch.
Iſt
[476]Das Zehende Buch.
Sind
[477]Das Zehende Buch.
Die
[478]Das Zehende Buch.
Als
[479]Das Zehende Buch.
Das
[480]Das Zehende Buch.
Diß
[481]Das Zehende Buch.
H hDer
[482]Das Zehende Buch.
Es
[483]Das Zehende Buch.
H h 2Weil
[484]Das Zehende Buch.
Und
[485]Das Zehende Buch.
H h 3Und
[486]Das Zehende Buch.
Die
[487]Das Zehende Buch.
H h 4Und
[488]Das Zehende Buch.
Die
[489]Das Zehende Buch.
H h 5Was
[490]Das Zehende Buch.
Auff
[491]Das Zehende Buch.
Weil
[492]Das Zehende Buch.
Es
[493]Das Zehende Buch.
Auff
[494]Das Zehende Buch.
Drey
[495]Das Zehende Buch.
Zu
[496]Das Zehende Buch.
So
[497]Das Zehnde Buch.
J iLari-
[498]Das Zehende Buch.
Zu
[499]Das Zehende Buch.
J i 2Auf
[500]Das Zehende Buch.
Nicht
[501]Das Zehende Buch.
I i 3Doch
[502]Das Zehende Buch.
Ja
[503]Das Zehende Buch.
J i 4Ge-
[504]Das Zehende Buch.
Hie-
[505]Das Zehende Buch.
J i 5Diß
[506]Das Zehende Buch.
Und
[507]Das Zehende Buch.
Und
[508]Das Zehende Buch.
Er
[509]Das Zehende Buch.
Be-
[510]Das Zehende Buch.
Und
[511]Das Zehende Buch.
Und
[512]Das Zehende Buch.
Und
[513]Das Zehende Buch.
K kUnd
[514]Das Zehende Buch.
Des
[515]Das Zehende Buch.
K k 2Daſ-
[516]Das Zehende Buch.
Die
[517]Das Zehende Buch.
K k 3Was
[518]Das Zehende Buch.
Allein
[519]Das Zehende Buch.
K k 4Es
[520]Das Zehende Buch.
Da
[521]Das Zehende Buch.
K k 5Da
[522]Das Zehende Buch.
Da
[523]Das Zehende Buch.
Schwung
[524]Das Zehende Buch.
Da
[525]Das Zehende Buch.
Hub
[526]Das Zehende Buch.
Ein
[527]Das Zehende Buch.
Als
[528]Das Zehende Buch.
Vom
[529]Das Zehende Buch.
L lDer
[530]Das Zehende Buch.
Entwe-
[531]Das Zehende Buch.
L l 2Und
[532]Das Zehende Buch.
So
[533]Das Zehende Buch.
L l 3Nur
[534]Das Zehende Buch.
Das Eilffte Buch.
Ge-
[535]Das Zehende Buch.
L l 4Zu
[536]Das Eilffte Buch.
Als
[537]Das Eilffte Buch.
L l 5Geluͤbd
[538]Das Eilffte Buch.
Der
[539]Das Eilffte Buch.
Da
[540]Das Eilffte Buch.
Mit
[541]Das Eilffte Buch.
Sinn
[542]Das Eilffte Buch.
Wor-
[543]Das Eilffte Buch.
Der
[544]Das Eilffte Buch.
Die
[545]Das Eilffte Buch.
M mSein
[546]Das Eilffte Buch.
Daß
[547]Das Eilffte Buch.
M m 2Sie
[548]Das Eilffte Buch.
Und
[549]Das Zehende Buch.
M m 3Dis
[550]Das Eilffte Buch.
Sie
[551]Das Eilffte Buch.
M m 4Ihr
[552]Das Eilffte Buch.
Was
[553]Das Eilffte Buch.
M m 3O grim.
[554]Das Eilffte Buch.
Mit
[555]Das Eilffte Buch.
Zur
[556]Das Eilffte Buch.
Und
[558[557]]Das Eilffte Buch.
Sie
[558]Das Eilffte Buch.
Und
[559]Das Eilffte Buch.
Was
[560]Das Eilffte Buch.
Ja
[561]Das Eilffte Buch.
N n.Was
[562]Das Eilffte Buch.
Krieg
[563]Das Eilffte Buch.
N n 2Ge-
[564]Das Eilffte Buch.
Und
[565]Das Eilffte Buch.
N n 3Ich
[566]Das Eilffte Buch.
Doch
[567]Das Eilffte Buch.
N n 4Ver-
[568]Das Eilffte Buch.
Die
[569]Das Eilffte Buch.
N n 5Dem
[570]Das Eilffte Buch.
Eneas
[571]Das Eilffte Buch.
Ge-
[572]Das Eilffte Buch.
Als
[573]Das Eilffte Buch.
Als
[574]Das Eilffte Buch.
Sein
[575]Das Eilffte Buch.
So
[576]Das Eilffte Buch.
Das
[577]Das Eilffte Buch.
O oEr
[578]Das Eilffte Buch.
Das
[576[579]]Das Eilffte Buch.
O o 2An
[580]Das Eilffte Buch.
Von
[581]Das Eilffte Buch.
O o 3Als
[582]Das Eilffte Buch.
Von
[583]Das Eilffte Buch.
O o 4Den
[584]Das Eilffte Buch.
So
[585]Das Eilffte Buch.
O o 5Und
[586]Das Eilffte Buch.
Und
[587]Das Eilffte Buch.
Wehrt
[58[588]]Das Eilffte Buch.
Wo
[589]Das Eilffte Buch.
Sein
[590]Das Eilffte Buch.
Zu
[591]Das Eilffte Buch.
Und
[592]Das Eilffte Buch.
Es
[593]Das Eilffte Buch.
P pDa
[594]Das Eilffte Buch.
Ja
[595]Das Eilffte Buch.
P p 2Mit
[596]Das Eilffte Buch.
Es
[597]Das Eilffte Buch.
P p 3Mit
[598]Das Eilffte Buch.
War
[599]Das Eilffte Buch.
Das Zwoͤlffte Buch.
P p 4Daß
[600]Das Zwoͤlffte Buch.
Und
[601]Das Zwoͤlffte Buch.
P p 5Diß
[602]Das Zwoͤlffte Buch.
Die
[603]Das Zwoͤlffte Buch.
Wir
[604]Das Zwoͤlffte Buch.
Diß
[605]Das Zwoͤlffte Buch.
Geh
[606]Das Zwoͤlffte Buch.
Zur
[607]Das Zwoͤlffte Buch.
Die
[608]Das Zwoͤlffte Buch.
Da
[609]Das Zwoͤlffte Buch.
Q qZur
[610]Das Zwoͤlffte Buch.
Die
[611]Das Zwoͤlffte Buch.
Q q 2Der
[612]Das Zwoͤlffte Buch.
Und
[613]Das Zwoͤlffte Buch.
Q q 3Umb
[614]Das Zwoͤlffte Buch.
Es
[615]Das Zwoͤlffte Buch.
Q q 4In
[616]Das Zwoͤlffte Buch.
Und
[617]Das Zwoͤlffte Buch.
Q q 5Ju-
[618]Das Zwoͤlffte Buch.
Da
[619]Das Zwoͤlffte Buch.
Aus
[620]Das Zwaͤlffte Buch.
La-
[621]Das Zwoͤlffte Buch.
Ins
[622]Das Zwoͤlffte Buch.
Ge-
[623]Das Zwoͤlffte Buch.
Viel
[624]Das Zwoͤlffte Buch.
Und
[625]Das Zwoͤlffte Buch.
R rDen
[626]Das Zwoͤlffte Buch.
Stellt
[627]Das Zwoͤlffte Buch.
R r 2Sie
[628]Das Zwoͤlffte Buch.
Wie
[629]Das Zwoͤlffte Buch.
R r 3Das
[630]Das Zwoͤlffte Buch.
Und
[631]Das Zwoͤlffte Buch.
R r 4Da
[632]Das Zwoͤlffte Buch.
Vom
[633]Das Zwoͤlffte Buch.
R r 5Bald
[634]Das Zwoͤlffte Buch.
Eneas
[635]Das Zwoͤlffte Buch.
Sich
[636]Das Zwoͤlffte Buch.
Er
[637]Das Zwoͤlffte Buch.
Der
[638]Das Zwoͤlffte Buch.
Achilles
[639]Das Zwoͤlffte Buch.
Er
[640]Das Zwaͤlffte Buch.
Der
[641]Das Zwoͤlffte Buch.
S ſDie
[642]Das Zwoͤlffte Buch.
Hinge-
[643]Das Zwoͤlffte Buch.
S ſ 2Der
[644]Das Zwoͤlffte Buch.
Und
[645]Das Zwoͤlffte Buch.
S ſ 3Denn
[646]Das Zwoͤlffte Buch.
Ver-
[647]Das Zwoͤlffte Buch.
S ſ 4Wilſt
[648]Das Zwoͤlffte Buch.
Nun/
[649]Das Zwoͤlffte Buch.
S ſ 5Er
[650]Das Zwoͤlffte Buch.
Der
[651]Das Zwoͤlffte Buch.
So
[652]Das Zwoͤlffte Buch.
Hab
[653]Das Zwoͤlffte Buch.
Und
[654]Das Zwoͤlffte Buch.
Es
[655]Das Zwoͤlffte Buch.
Und
[656]Das Zwoͤlffte Buch.
Im
[657]Das Zwoͤlffte Buch.
T tEmpfin
[658]Das Zwoͤlffte Buch.
Daß
[659]Das Zwoͤlffte Buch.
T t 2Weil
[660]Das Zwoͤlffte Buch.
Als
[661]Das Zwoͤlffte Buch.
T t 3Er
[662]Das Zwoͤlffte Buch.
Des
[663]Das Zwoͤlffte Buch.
T t 4O Tur-
[664]Das Zwoͤlffte Buch.
Noch
[665]Das Zwoͤlffte Buch.
Er
[666]Das Zwoͤlffte Buch.
So
[667]Das Zwoͤlffte Buch.
Den
[668]Das Zwoͤlffte Buch.
Ende der Trojaniſchen Geſchichte
des Poeten Virgilij.
[[669]]
Der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius
von den Trojaniſchen Geſchichten.
Summariſcher Inhalt.
Das Erſte Buch.
DEr ſtreitbare verſtaͤndige und fromme
fuͤrſt Eneas gehet/ nach dem die maͤch-
tige ſtadt Troja neun jahr lang belaͤ-
gert/ erobekt und zerſtoͤret worden/ mit
den ſeinigen und vielen Trojanern mit zwantzig
ſchiffen zu ſegel/ und wird durch bittern haß der
Juno/ welche von dem Eolus wider denſelben
die winde erbittet/ auff dem meere hin und her ge-
trieben/ ſo gar/ daß er auch ſchiffbruch leidet. Als
er nun an das land Libyen kommet/ ſteiget er aus/
erhohlet ſich etwas wieder/ nimmet ſeinen bogen
und pfeil an die hand/ und erleget ſieben groſſe
ſtuͤcken hirſche/ die vertheilet er auff eben ſo viel
ſchiffe/ die ihm nach dem ſturm waren uͤbrig ge-
blieben/ vermahnet hernach ſeine durch viel und
lang-
[[670]]Summariſcher Inhalt
langwieriges herumbſchweiffen ermuͤdete ge-
fehrten/ was noch fuͤr arbeit und beſchwer hin-
terſtellig ſeyn moͤchte/ mit gedult zu ertragen/ in
hoffnung/ daß die kuͤnfftige ruh und ergetzligkeit
alles wieder einbringen werde. Immittelſt
handelt die Venus ihres Eneen und der Troja-
ner ſache beym Jupiter/ und wendet die ſchuld
alles ungluͤcks und unfugs auff die Juno. Ju-
piter hingegen nachdem er die ordnung und ge-
heimnuͤſſe der ewigen Vorſchung entdecket/ troͤ-
ſtet ſeine tochter durch fuͤrgehaltene hoffnung ih-
rer gluͤckſeligen nachkommen/ die das Roͤmiſche
reich mit anſchnlicher macht beherrſchen werden.
Nach dieſen ſchicket Eneas geſandte an die koͤ-
nigin Dido/ und klaget wegen zugefuͤgter ge-
walt ihrer leute/ und bittet umb herberge. Ge-
gen demſelben erbeut ſich die koͤnigin mit aller
hoͤffligkeit/ nimmet ihn auff/ thut ihm groſſe eh-
re/ laͤſſet ſeine Trojaner keinen mangel leiden/ zet-
get ihm ihren koͤniglichen pracht/ ſchoͤne gemaͤhl-
de/ guͤldene treſur und tapetzereyen/ beſchenckt
den vermeinten jungen printz Aſcanius/ deſſen ge-
ſtalt und habit Cupido betrieglicher weiſe durch
antrieb der Venus an ſich genommen/ mit gold-
geſtickten und koͤſtlichen kleidern/ haͤlt ein groſ-
ſes Panquet/ und ladet darzu beydes die Troja-
ner
[[671]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
ner und ihre leute zu pflegen aller luſt und froͤ-
ligkeit/ mit beygeordneter kunſtgelehrten harf-
fen-muſick. Endlich nach vielen geſpraͤch bit-
tet ſie Eneen ihr den gantzen verlauff vom erſten
anfang der Trojaniſchen belaͤger-eroͤber-und zer-
ſtoͤrung zu erzaͤhlen, Dieſes thut Eneas im fol-
genden buche.
Das Andere Buch.
NAch dem nun alles ſtille worden/ erzaͤhlet
Eneas den ſchrecklichen untergang der
weltberuͤhmten ſtadt Troja/ wie ſie durch
liſt und blindheit der Trojaner nach neunjaͤhri-
ger belaͤgerung ſey erobert und zerſtoͤret worden/
da nemblich die Griechen/ als ihre macht geſchwaͤ-
chet worden/ ihrer tugend mißtrawet und zum
betrug und kriegs-raͤncken ihre zuflucht genom-
men haben. Als ſie ſich nun ſtellen die flucht
zu nehmen/ verſtecken ſie ſich in dem Haven Te-
nedos: Hiemit laſſen ſie da zimmern ein groß
ungehewer hoͤltzernes pferdt. Da laſſen ſich
die Trojaner von dem gefangnen Griechen Si-
non dem verraͤhter einſchwatzen/ daſſelbe haͤtte
die heilige Goͤttin den Trojanern zum ſchutz
bawen laſſen; Reiſſen alſo ein ſtuͤcke von der
mawer/ und fuͤhren das pferdt mit heiliger an-
dacht/
[[672]]Summariſcher Inhalt
dacht/ furcht und ehre auff dem ſchloß-hoff. Als
dis geſchehen/ halten die Trojaner ein freuden-
feſt/ tantzen/ ſpringen/ ſchlemmen und demmen/
bis ſie vom harten ſchlaff uͤberfallen werden:
Da gibt Sinon den Griechen mit einer außge-
ſteckten fackel die loſung/ da kommen ſie wieder
und nehmen mit hellen hauffen die ſtadt ein; Zu-
vor aber ſchleuſſet der verraͤhter das pferd auff/
da ſteigen heraus die tapfferſten helden aus Grie-
chenland bey funfftzig/ die hawen die wachten/
wo ſie noch waren/ nieder. Da wird alles mit
blut/ mord und feuer erfuͤllet/ Eneas aber wird
im tranm von dem geiſt des tapffern verſtorbe-
nen Commandantens und Obergebietigers des
Hectors erinnert und vermahnet alſo bald zu flie-
hen; Da machet ſich Eneas auff/ nimmet ſei-
nen alten vater Anchiſen auff die achſel/ und traͤ-
get ihn durch das fewer/ den kleinen ſohn Aſca-
nium fuͤhret er bey der hand/ ſeine ehegemahlin
aber die Craͤuſa/ die ihm folgen ſolte/ hat er nicht
wieder geſehen. Ihr geiſt aber iſt ihm erſchie-
nen/ der hat ihn getroͤſtet/ und geweiſſaget/ er wer-
de/ nach kurtzer zeit/ jedoch mit noch außſtehung
vieler gefahr und ungemach/ in Italien gelan-
gen/ daſelbſt ein newes reich und eine andere ge-
maͤhlin bekommen.
Das
[[673]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilins.
Das Dritte Buch.
ENeas faͤhret fort/ und erzaͤhlet/ wie er nach
der zerſtoͤrung mit ſeinen geferthen ſich
habe auff das meer begeben/ ungewiß/
wohin ihn das verhaͤngnuͤß der Goͤtter fuͤhren
moͤchte/ da gedencket er erſtlich des ungetrewen
wirths/ des koͤniges in Thracien Polymeſtorts/
dem der Trojaniſche koͤnig Priamus den juͤng-
ſten printz Polydorum mit einem groſſen ſchatz
vor der belaͤgerung zugeſchicket/ denſelben zu er-
zichen; Er Polymeſtor aber habe aus verfluch-
tem geitz das printzlein ermordet und den ſchatz
zu ſich genommen/ darnach berichtet er/ wie er
viel Inſulen in Joͤniſchem Meer durchſegelt
und herumb geirret habe/ an welchem orte groſ-
ſe und abſcheuliche raubvoͤgel/ die Harpyien ge-
nandt/ ſich befunden/ welche/ als ſie am geſtade
gegeſſen/ mit groſſem ungeſtuͤmm auff ſie herge-
fahren/ das eſſen bemackelt und geraubet haben/
auch ihnen propheceyet/ ſie wuͤrden nicht eher/
als bis ſie die euſſerſte hungersnoht triebe/ die
teller (die ſie vom brodte macheten) auff zueſſen/
in Italien gelangen: weiter erwehnet er/ wie
durch die gemeine ſage ihm ſey zu ohren gekom-
men/ daß Hectors gemahlin Andromache des
U ufein-
[[674]]Summariſcher Inhalt
feindes Pyrrhi erſtlich magd/ darnach ſeine frau/
Helenus aber des koͤniges Priami ſohn deſſelben
haußhalter und nach deſſelben tode eines laͤnd-
lein herr und regent geworden/ und vorgemeldte
Andromache zur ehe genommen habe. Endlich
meldet Eneas wie er den Helenum/ als der ein
prophete war/ gebeten ihm raht zu ertheilen/ wie
und wohin er ſeine ſchiffart hinrichten ſol; Der-
ſelbe habe ihm einſchlag gegeben/ wie er die ge-
faͤhrlichen oͤrter in Sicilien meiden koͤnne/ und
ihn fuͤrder zur prophetin Sibyllen gewieſen/ da
er ſich ihres rahts erholen ſolte/ habe ihm auch
viel ſilberne und guͤldene gefaͤſſe/ pantzer/ helm
und federpuͤſche/ auch den gefehrten wehr und
waffen verehret/ ſo habe auch Andromache den
printz Aſcanium mit einem goldgeſtickten kleide
und reiter-rocke ſtattlich beſchenckt: Als ſie
nun wieder zu ſegel gegangen/ haben ſie das land
Italien erblicket/ aber dem fewerſpeyenden Berg
Etna nahe gekommen/ deſſen etgenſchafften von
ihm beruͤhret werden. Dann meldet er/ wie ſie
von den Cyclopen ſeyn angegriffen und verfol-
get worden/ beſchreibet den ungehewren Rieſen
Polyphemum/ dem ſie das auge an der ſtirn auß-
ſtochen. Letztens erzaͤhlet er/ wie ſein vater An-
chiſes geſtorben. Als er nun von ſeiner beſchwer-
lichen
[[675]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
lichen ſchiffahrt und vielen umbſchweiffen auff
dem meer meldung gethan/ ſchweiget er ſtille und
man begiebet ſich zur ruhe.
Das Vierdte Buch.
DIe koͤnigin Dido entbrennet je mehr und
mehr durch liebe gegen dem Eneen; Bald
aber verſchweret ſie ſich/ von keiner an-
dern liebe wiſſen wollen/ als ihres vorigen ehe-
gemahls/ derſelbe moͤge ſie im grabe behalten.
Ihre ſchweſter aber machet ſie durch bewegliche
uͤberredung wanckelmuͤhtig/ ja gar ruͤckwendig/
daß ſie alle furcht und ſcham fahren laͤſſet. Dar-
auff ſtellet ſie der Juno/ als der ehe vorſteherin/
ein Opffer an; Nach demſelben aber raſet ſie
in der [U]ebe/ und laͤuffet wie ein verwundter hirſch
in der ſtadt herumb/ zeiget dem Eneas ihre herr-
ligkeit und koͤniglichen pracht/ ſtellet eine jagt
an/ da faͤnget es an zu wittern/ und faͤllet ein
groſſer platzregen; Da laͤuffet maͤnniglich zu
rande. Dieſe beyde aber verkriechen ſich in eine
hoͤhle/ und verloben ſich miteinander. Davon
weiß hernach jederman zu reden/ und wird die
Goͤttin Fama/ oder das gemeine geſchrey nach
ſeinen eigenſchafften artig von dem Poeten be-
ſchrieben. Immittelſt ſchicket Jupiter Mereu-
U u 2rium
[[676]]Summariſcher Inhalt
rium zum Eneas mit endlichen befehl/ er ſolte da
nicht ſtille ligen/ ſondern an ſein beſcheidnes
reich Italien gedencken und fortſegeln. Eneas
koͤmmet dem befehl eilend nach/ und ruͤſtet ſich
wieder zum auffbruch. Die Dido mercket ſein
vorhaben/ und verweiſet ihm ſolches mit den al-
lerbeweglichſten worten. Eneas/ aber entſchuldi-
get ſich beſter maſſen/ und bedancket ſich fuͤr alle
erwieſene wolthaten/ und zeucht davon. Als
das geſchehen/ wird Dido von raſender liebe und
wuͤte eingenommen/ und laͤſſet einen ſcheiterhauf-
fen zurichten/ mit fuͤrwendung/ ſie des Eneæ
hinterlaſſene kleider und waffen verbrennen wol-
le/ endlich berahtſchlaget ſie bey ſich/ ob ſie ihm
ſol nachziehen und umb ſeine liebe bitten/ oder ob
ſie ihm ſol als einen feind mit aufffoderung ih-
ter voͤlcker verfolgen: Wird aber ſchluͤßig zu
ſterben. Hiemit ſteiget ſie auff den ſcheiter hauf-
fen/ nimmet des Eneæ ſchwerdt/ zeucht es aus/
und erſticht ſich/ da ſie zuvor den ſcheitterhauf-
fen mit einer fackel angezuͤndet hat.
Das Fuͤnffte Buch.
ENeas ſchiffet fort und koͤmmet in Sicili-
en/ da wird er von dem Aceſtes freundlich
empfangen/ auffgenommen und mit allen
ge-
[[677]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
gefehrten wol gehalten. Dem Anchiſes des E-
neens verſtorbenen vater wird zu ehren und ge-
daͤchtnuͤß ein opffer und allerley ritterſpiele ge-
halten/ und werden/ die das beſte gethan/ mit
ſtattlichen gewinſten und Præſenten angeſehen
und verehret. Hier iſt inſonderheit zu beobach-
ten des jungen Dares vermeſſene verwegenheit/
der den alten und verſuchten fechter Entellen
zum kolbenſtreit heraus fodert/ aber von demſel-
ben uͤberwunden/ ſchimpff und ſchande einleget.
Nach dieſem befiehlet Eneas ſeinem Sohn Aſ-
canio ſein Knabenheer auffzufuͤhren/ und eben-
maͤßig ſeine hurtigkeit in ſpielſtreit und ehren-
kampffe erſcheinen zu laſſen. Hernach werden
die weiber fuͤr liebe in dieſem lande zu bleiben/ und
fuͤr verdruß weiter zu reiſen toll und unſinnig/
und ſtecken vier ſchiffe in brand. Da hebet E-
neas ſeine haͤnde auff gen himmel und betet;
Darauff faͤllet ein groſſer platzregen und leſchet
die fewersbrunſt. Gleichwol aber wancket er
in ſeinem gemuͤhte/ und weiß nicht ob er in Si-
cilien bleiben ſol oder weiter ziehen/ da wird ihm
gerahten von ſeines vaters geiſte er ſol mit der
friſchen und freudigen mannſchafft fort nach
Italien ziehen/ die weiber aber und das unbe-
wehrte furcht a me voͤlcklein in Sicilien laſſen/
ſ U u 3daß
[[678]]Summariſcher Inhalt
daß ſie ſich daſelbſt eine ſtadt bawen. Das thut
Eneas/ und nachdem ſich das wetter wol anlaͤſ-
ſet/ nimmet er abſcheid vom Aceſtes und faͤhret
davon/ verleuret aber ſeinen guten ſchiff-und
ſteuermann Palinuren/ der von ſuͤſſen ſchlaff
uͤberfallen das ſtewer ſincken laͤſſet und in das
meer faͤllet.
Das Sechſte Buch.
ENeas traͤget verlangen ſeinen verſtorbenen
vater Anchiſen in den Elyſeiſchen luſtwaͤl-
dern und feldern zubeſuchen; Darzu iſt
ihm bedient die weiſe jungfraw Sibylla/ die fuͤh-
ret ihn vermittelſt eines guͤldenen zweigs zwar
ohne ſchaden/ doch nicht ohne groſſe furcht und
ſchew erſt durch die hoͤlle: Da ſiehet er im vor-
hofe erſtlich die nagenden ſorgen/ die traurigkeit/
die bleichen kranckheiten/ das traurige alter/
die furcht/ den hunger/ den kummer/ die arbeit/
die zwytracht/ den krieg und den tod. Nicht
weit davon ſchauet er die drey Rach-Goͤttinnen
mit ihren ſchlangen/ fackeln und peitſchen/ fuͤr-
der ſiehet er die ſchrecklichen ungehewer/ unge-
thuͤme und geſpenſie/ alſo daß er auch den degen
zuͤcket/ und umb ſich hawen wil. Hernach koͤm-
met er an die hoͤlliſchen fluͤſſe/ da der ſchiffmann
Cha-
[[679]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilins.
Charon auff ſeinem ſchwartzen kahne die ſeelen
in groſſer menge uͤberfuͤhret/ derſelbe wegert ſich
Eneam uͤberzuſetzen/ mit fuͤrwandt/ er fuͤhre
nicht lebendige leiber/ ſondern die ſeelen uͤber;
Wird aber durch fuͤrzeigung des guͤldenen
zweiges angenommen. Als nun Eneas koͤm-
met an die hoͤlle/ ſiehet er den dreykoͤpffichten hoͤl-
lenhund Cerberum vor der thuͤr ligen/ der ihn
mit ſchrecklichem gebelle anfaͤhret und zuruͤcke
haͤlt. Die Sibylla aber wirffet ihm honigku-
chen fuͤr/ und bringet einen feſten ſchlaff uͤber ihn/
da machen ſie die Thuͤr auff und gehen hinein in
die hoͤlle; Da ſiehet Eneas die drey hoͤlliſchen
richter/ welche die ſeelen verhoͤren/ verdammen
und mit mancherleyen ſtraffen belegen/ da wird
er gewahr vieler tapfferen helden/ wie ſie in tief-
fen gedancken und betruͤbt herein gehen. End-
lich gelanget er in die Eliſeiſchen luſtwaͤlder und
felder/ da die ſeligen ſeelen in vollen freuden und
lieblichen geſpraͤchen leben und ſchweben/ da wird
Eneas vom Pocten Muſæo zu ſeinem vater An-
chiſen gefuͤhret/ dieſer lehret ihn viel ſachen in
der natuͤrlichen wiſſenſchafft/ zeiget ihm der Al-
baner und Roͤmiſcher Koͤnige geſchlecht-regiſter/
und koͤmmet bis auff den Jul. Cæſ. und Augu-
ſtum, deren thaten er mit ſonderbarem lobſpruch
U u 4erhe-
[[680]]Summariſcher Inhalt.
erhebet und der ewigkeit einverleibet. Als nun
Anchiſes ſeinen ſohn Eneam gnugſam/ was ihm
noͤhtig/ unterrichtet/ laͤſſet er ihn wieder von
ſich; Da kommet er durch die helffenbeinerne
pforte wiederumb in die obere welt/ beſuchet ſeine
gefchrten/ verlaͤſſet die ſtadt Cumas und gehet
nach dem Haven Cajeta.
Das Siebende Buch.
ENeas laͤſſet ſeine amme Cajetam ehrlich
begraben/ und leget dem ort ihren namen
auff. Hernach faͤhret er der zauberin Cir-
ce wohnung fuͤrbey/ und koͤmmet mit gluͤcklichem
lauff an den Tyberſtrom/ und kurtz drauff an das
Laurentimſche gefilde/ daſelbſt als er durch nach-
denckliche wort ſeines ſohns Aſcanii ſich beſin-
net/ daß daſſelbige land durch außſage des goͤtt-
lichen geſchicks ihm gehoͤre/ ſchicket er zum koͤ-
nig Latinus/ welcher daſſelbige reich innen hat-
te/ eine botſchafft von hundert perſonen/ daß ſie
demſelben geſchencke braͤchten/ und umb eine ſtel-
e baͤten/ eine ſtadt zu bawen. Der Latinus nun
als er die geſandten angehoͤret/ erbeut ſich frey-
willig dem Eneæ uͤber alles andere begehren auch
ſeine tochter Laviniam/ (welche er nach ſeines
vaters Fauni außſpruch und der vogeldeuter be-
richt
[[681]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
richt einem frembden manne zu geben befehlicht
ward) zu vermaͤhlen. Immittelſt ruffet Juno/
als die durch gluͤcklichen fortgang der Trojaner
ſich beleidiget fande/ die Rach-Goͤttin und hoͤlli-
ſche Furie Alecto, den friede zu zerſtoͤren/ aus der
hoͤlle; Dieſelbe erfuͤllet mit ihrer raſerey erſt die
Amatam des Koͤniges Latini gemahlin/ her-
nach den Turnum/ und von dannen kehret ſie
ſich zu der jungen Trojaniſchen manſchafft/ wel-
che damahls gleich dem jagen oblag/ und wirfft
ihnen in weg einen zahmen hirſch/ der inſonder-
heit des koͤniglichen hirtens Tyrrhei kindern lieb
war. Als nun denſelben Aſcanius mit einem
pfeil verwundet hatte/ ergreiffen die bawren die
waffen/ und fallen die Trojaner an: In dem-
ſelben tumult und ſtreit bleibet Tyrrhei aͤlteſter
ſohn und Galeſus/ welcher der reichſte bawer des
gantzen landes war: Welche als ſie todt in die
ſtadt gebracht wurden/ reitzet Turnus und die
koͤnigin den koͤnig Latinum krieg anzufangen/
und die zugefuͤgte ſchmach und gewalt mit ge-
wapneter fauſt zu raͤchen. Als aber der koͤnig
beydes des Goͤttlichen willens und des mit den
Trojanern newlich eingegangenen bundes ſich
erinnerend darzu nicht ſtimmet noch bringen laͤſ-
ſet/ daß er ihnen krieg ankuͤndige/ ſtoͤſſet die Ju-
U u 5no
[[682]]Summariſcher Inhalt
no ſelbſt mit gewalt die kriegspforte auff. Als
dis geſchehen/ begiebet ſich Mezentius zugleich
mit ſeinem ſohn Lauſo/ des gleichen auch Aven-
tinus des Herculis ſohn/ ſo wol auch Catillus
und Coras bruder/ und inſonderheit die tapffere
und aus dem geſchlecht der Volſcer entſproſſne
heldin Camilla zu des Turni panier und feldzu-
ge. Und noch viel andere mehr/ die am ende die-
ſes buchs erzaͤhlet werden.
Das Achte Buch.
TUrnus ſtecket die kriegsfahne vom Lau-
rentiner ſchloſſe heraus/ und nimmet des
gantzen Latiums und der benachbarten
ſtaͤdte huͤlffe zu ſich: Der Venulus wird auch
nach Arpos zum Diomede geſchicket/ daß er mit
fñrhaltung gleicher gefahr ihn mit in den krieg
zu ziehen reitze. Eneas dadurch bewogen und
gleichwol ſeinen ſchwachen kriegsvoͤlckern nicht
trawend/ faͤhret auff erinnerung des Gottes Ty-
berini gegen den ſtrom an die oͤrter/ da wo her-
nach Rom iſt gebawet worden/ und flehet den
koͤnig Evandrum/ welcher aus Arcadien fluͤchtig
gekommene und auff dem berg Palatino eine
ſtadt mit nahmen Pallanteum gebawet hatte/
umb huͤlffe an/ der ihn auch/ als er die urſache
ſeiner
[[683]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
ſeiner ankunfft vernommen/ freundlich auffge-
nommen und beherberget. Als nun Eneas durch
eine bey huͤlffe von vierhundert pferden geſtaͤrcket
ward/ denen Pallas des koͤnigs Evandri einiger
ſohn fuͤrgeſetzet befehl gabe/ ſchicket er einen theil
der kriegsvoͤlcker den ſtrom hinab zu den ſeini-
gen/ er aber begiebet ſich nach der herrlichen ſtadt
der Tyrrhener mit nahmen Agyllam/ die mit
dem Mezentio/ als den ſie wegen unertraͤglichen
grauſamkeit vom reiche geſtoſſen/ in toͤdtlichem
haß und feindſchafft lag. Immittelſt laͤſſet ſich
Vulcanus durch ſchmeicheley ſeiner Fraw der
Venus bewegen/ und ſchmiedet ſeinem ſtieffſoh-
ne Eneen eine ruͤſtung/ und wird dieſelbige ihm
von ſeiner mutter Venus zugebracht. Eneas
nun beluſtiget ſich an den ſchoͤnen waffen/ und
verwundert ſich inſonderheit uͤber den ſchild/ auff
weichem die tapffern thaten/ die von ſeinen nach-
kommen ſolten außgeuͤbet und verrichtet werden/
geſtochen und abgebildet waren.
Das Neunde Buch.
ALs Eneas abweſend in Tuſcia huͤlffe auff-
zubringen beſchaͤfftiget iſt/ wird Turnus
durch die Iris von der Juno erinnert/ er
moͤchte die gelegenheit die ſache wol zu verrich-
ten
[[684]]Summariſcher Inhalt
ten je nicht fahren laſſen. Darumb ruͤcket er
mit ſeinen voͤlckern ſehr nahe an die feinde/ wel-
che als ſie ſich in ihren ringmauren hielten/ und
auff dem flachen felde nicht ſtehen wolten/ ſetzet
er ſich fuͤr ihnen alle hoffnung der flucht zu be-
nehmen/ und die ſchiffe in brand zu ſtecken. Der
Jupiter aber rettet ſie von der vorſtehenden feu-
ersbrunſt/ und verwandelt ſie in Meer Nimpfen.
Nach dieſem als die nacht herbey nahete/ ſtellet
Turnus wider der feinde außfall an die pforte der
ſtadt ſtarcke wachten/ und ſetzet uͤber ſelbige den
Meſſapum. Hier entzwiſchen als die oberſten
der Trojaner rahtſchlagen/ wem ſie fuͤrnemblich
zum Eneen ſchicken ſolten/ der ihm von der ge-
fahr der ſeinigen bericht thue/ da bieten ſich frey-
willig Niſus und Euryalus an/ dieſes ampt auff
ſich zu nehmen. Dieſe waren zweene treue und
enge verknuͤpffte freunde/ welche/ als ſie hinaus
gelaſſen worden/ und der feinde wachten von
trunck und ſchlaff uͤberfallen befunden/ toͤdteten
ſie Rhamneten mit groſſer anzahl der Rutulier
und braviren mit ihren waffen und kleidern. Als
ſie aber mit itzt herannahendem morgen in ſiche-
rung zu kommen ſich unterfangen/ und von den
reutern der Volſcer geſchen werden/ fliehen ſie
in den wald: Da geraͤhtet Euryalus durch
ſchwe-
[[685]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
ſchwerigkeit der waffen/ und daß er der wege un-
kundig/ unter die feinde/ und wird von dem
Volſcens durchſtochẽ. Es wird auch Niſus/ als
er den Volſcens erſchoſſen/ und alſo des Eury-
ali tod tapfferlich raͤchet/ mit vielen wunden
getoͤdtet/ daß er auff ſeines freundes leib
faͤllet. Ihre haͤupter werden auff die ſpieſſe ge-
ſtecket und in das lager getragen. Als ſie nun
auff der ſtadtmaur von den Trojanern erkennet
werden/ entſtehet in der ſtadt ein groß trauren
und wchklagen. Immittelſt ſetzet Turnus den
feinden mit gantzer macht zu/ und geſchicht bey-
derſeits groſſe niederlage. Aſcanius der junge
printz erſchieſſet den Numan/ der ſich trotziglich
ruͤhmete. Pandarus und Bitias erheben ſich
ihrer gluͤcklichen thaten/ und machen das thor
auff/ und als die feinde hinein dringen/ trei-
ben ſie dieſelben mit vielem blutvergieſſen zu-
ruͤck. Als Turnus dieſes vernimmet/ dringet er
durch das offene thor in die ſtadt/ und ſchlaͤget
die Trojaner in die flucht: Als er aber endlich
von der menge uͤmbringet wird/ weichet er all-
maͤhlich nach dem ort der ſtadt/ da der Tyber-
ſtrom fleuſt/ laͤſſet ſich hinein/ ſchwimmet in
waffen durch/ und kehret wieder ohne ſchaden zu
den ſeinigen.
Das
[[686]]Summariſcher Inhalt.
Das Zehende Buch.
JUpiter beruffet die Goͤtter auff eine zu-
ſammenkunfft/ und vermahnet ſie zur ein-
traͤchtigkeit. Da beſchweret ſich die Ve-
nus wegen ihres leidigen zuſtandes/ und klaget
uͤber den unerſaͤttlichen haß der Goͤttin Juno/
und bittet endlich umb einige ruhe nach ſo vielem
erſtandenen ungluͤck und elende. Hingegen ſchie-
bet die Juno die urſache alles uͤbels auff die Tro-
janer/ als uhrheber dieſes kriegs/ und auff die
Venus ſelbſt. Derowegen als Jupiter nach
vergebens fuͤrgenommener verſoͤhnung des zan-
ckens kein ende abſiehet/ bezeuget er oͤffentlich/
damit er nicht entweder ſeine ehegemahlin/ oder
die tochter beleidige/ er wolle es mit keiner par-
they halten/ ſondern nach ſeiner glimpffligkeit
alles dem Ewigen Geſchicke anheim ſtellen. Im-
mittelſt nehmen die Rutuler wieder mit gantzen
kraͤfften die beſtuͤrmung fuͤr. Die belaͤgerten
aber ruͤſten ſich mit nicht geringerer hertzhafftig-
keit zur gegenwehr. Als dieſes in Latien fuͤrge-
het/ kommet Eneas/ nach dem er ſeine ſachen in
Hetrurien nach hertzens-wuntſch verrichtet/ und
viel voͤlcker zum beyſtande zu ſich genommen
hatte/ mit einer von dreyßig ſchiffen außgeruͤſte-
ten
[[687]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
ten flotte zu den ſeinigen wieder: Da begegnen
ihm die waſſerfraͤwelein/ die kurtz zuvor in ſolcher
geſtalt aus ſeinen ſchiffen waren verwandelt
worden; Von denſelbigen wird er beydes von
verlierung der ſchiffen/ und dann der ſeinigen
gefahr verſtaͤndiget und berichter. Als er nun
den feinden unter augen koͤmmet/ ſetzet er ſeine
voͤlcker aus; Da laſſen die Rutuler ab von der
beſtuͤrmung/ lauffen an den haven/ und bemuͤ-
hen ſich die feinde vom lande abzuhalten; Da
wird beyderſeits mit groſſem verluſt geſtritten/
und wird der Pallas des koͤniges Evanders ei-
niger ſohn/ als der zuvor eine groſſe niederlage
der feinde gethan hatte/ von dem Turno erle-
get und umbgebracht. Daruͤber wird Eneas
mit bitterm zorn entruͤſtet/ und ſchicket groſſe
hauffen Rutuler ſeinem freunde zum ſeelenopffer
in die hoͤlle; Es ſchlaͤget ſich auch Aſcanius/
als er einen außfall gethan/ mit ſeinen voͤlckern
zum vater: Dadurch wird Juno/ als die fuͤr
dem Turno groſſe ſorge trug/ bewogen/ daß ſie
ihn nach erlangten vom Jupiter erlaubnuͤß aus
gegenwaͤrtiger gefahr reiſſet/ indem ſie ihm
faͤlſchlicher weiſe die geſtalt des Eneen vorhaͤlt/
welcher in dem er ihn bis in ein ſchiff flichenden
verfolget/ wird das ſeil von der Juno abgehawen/
und
[[688]]Summariſcher Inhalt
und er wird durch den ſturm des ungewitters bis
zu den nechſten haven Ardea gefuͤhret. Im-
mittelſt vertritt deſſelben ſtelle auff Jupiters be-
fehl der Mezentz/ der erleget eine groſſe anzahl
ſo wol der Trojaner als Hetrurier/ bis er von
dem wurffſpieß Eneens verwundet und von ſei-
nem ſohn Lauſo verwahret/ kuͤmmerlich aus der
ſchlacht koͤmmet die wunde zu verbinden: Da
wird auch Lauſus/ in dem er ſich unterſtehet ſei-
nen vater zu raͤchen/ von Eneen umbgebracht.
Als nun Mezentz dieſe bothſchafft vernommen/
ſetzet er ſich auffs pferd/ und verfuͤget ſich wieder
in den ſtreit. Da er nun des ſohnes tod raͤchen
wil/ wird er eben durch die fauſt/ durch welche der
ſohn geblieben/ niedergemacht.
Das Eilffte Buch.
ALs uun Mezentz von Eneen umbkommen/
richtet dieſer/ als ſiegmann/ dem Mars ein
ſiegszeichen auff/ und ſchicket den leichnam
des entleibten Pallas mit groſſer pracht nach des
Evanders ſtadt/ da wird er mit groſſem leidwe-
ſen beydes ſeines vaters und der lieben ſeinigen
angenommen. Immittelſt erlangen die von
den Latinern abgeordnete geſandten auff zwoͤlff
tage anſtand der waffen/ innerhalb welcher zeit
beyde
[[689]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
beyde theile ihre todten ſuchen und begraben. E-
ben zu dieſer zeit kommet auch der Venul/ wel-
cher im anfange des krieges die Latiner an Dio-
meden geſandtweiſe geſchicket hatte/ wieder zu
den ſeinigen/ und berichtet/ daß ihm huͤlffe ſey
verſaget worden. Latinus nun dieſer hoffnung
entſetzet/ beruffet die raͤhte und rahtſchlaget mit
ihnen/ was bey dieſem kriege zuthun ſey/ ſiehet
auch fuͤr gut an/ daß man an dem Eneen frie-
dens-fuͤrſchlaͤge laſſe abgehen. Da ſchelten ſich
miteinander Drances und Turnus nach ihren
gegen einander tragenden haß und feindſchafft.
Immittelſt als Eneas ſeine unterſchiedliche voͤl-
cker in zwey theil vertheilet/ ſchicket er die reuter
von leichter ruͤſtung auff gleichem weg nach der
ſtadt voran; Er aber zeucht mit dem uͤbrigen
kriegsheer durch oͤrter/ da man wegen waͤlder
und berge ſchwerlich kommen kan/ gegen das
hoͤhere theil der ſtadt. Als nun dieſe poſt nach Lau-
rent koͤmmet/ wird der raht von einander gelaßẽ/
und das jenige fuͤr die hand genommen/ was
zu beſchuͤtzung der ſtadt noͤhtig erachtet wurde.
Turnus aber als er durch die kundſchaffer des E-
neens vorhaben erfaͤhret/ ordnet er ſein kriegs-
heer gleichergeſtalt in zwey theil ab/ und ſetzet
uͤber die reuterey Meſſapen und die Camille/ und
X xordnet
[[690]]Summariſcher Inhalt.
ordnet ſie wider der feinde reuterey- Er aber
nimmet mit dem fußvolcke die engen oͤrter ein/ da
Encas nohtwendig ſeinen zug zur ſtadt nehmen
muſte/ und liget da ſtille. Hier entzwiſchen ge-
het der ſtreit zu roß an/ und wird beyderſeits mit
ungewiſſem außſchlag lange weil gefochten:
Da wird die Camille/ als ſie zuvor viel feinde
erleget hatte/ da ſie ſich an den prieſter der Cy-
bele Chloreus und an ſeinen ſchoͤnen waffen ver-
gaffete und einnehmen lieſſe/ unvorſchens aus
dem hinterhalt vom Aruns mit einem pfeil ge-
troffen und umbgebracht. Dieſe that aber und
ermordung dieſer heiligen Jungfraw iſt an dem
Aruns nicht lange ungerochen geblieben; Denn
er auch hernach von Opi der Dianen dienerin
mit einem pfeil durchſchoſſen wegen beleidigter
Goͤttin iſt geſtrafft worden. Die Rutuler aber
durch den tod Camillen beſtuͤrtzet nehmen die
flucht/ und die Trojaner nehmen ſich fuͤr/ die ſtadt
zu ſtuͤrmen. Als nun die traurige zeitung dem
Turnus von der Acca der Camillen geferthin ge-
bracht wird/ verlaͤſſet er die engen paͤſſe/ die er
eingenommen hatte/ und eilet den ſeinigen zu
huͤlffe zu kommen. Durch dieſen weg folget
auch Eneas/ und weil bey bevorſtehender nacht
der
[[691]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
der ſtreit nicht wieder angehen kunte/ ſchlagen
beyde ihr lager vor der ſtadt und ligen ſtille.
Das Zwoͤlffte Buch.
NAchdem der Latiner macht durch zwo wi-
derwertige ſchlachten ſehr verringert und
ihr muht gebrochen wurde/ wird Turnus/
als er ſiehet/ daß ſeine hoffnung auff ihm allein
beruhet/ ob ihm ſchon ſolches der koͤnig wider-
raͤhtet/ und die koͤnigin ihn vergebens mit vielen
threnen von ſeinem vorhaben abhaͤlt/ ſchluͤßig/
ſich mit dem Eneen in einen abſonderlichen
kampff einzulaſſen. Schicket derowegen an
denſelben den Idmon ihn deſſen zu berichten.
Encas nimmet den fuͤrſchlag an/ und wird auff
beyden theilen ein bund mit einem thewren eyd-
ſchwur gemachet und befeſtiget. Derſelbige a-
ber wird durch anſtifftung der Juno von dem
waſſerfraͤwlein Juturnen des Turnus ſchweſter/
welche in des Camertes geſtalt verwandelt wird/
zerſchlagen und zertrennet/ und iſt Tolumnius
ein vogelſchawer unter allen der erſte/ der durch
falſche propheecyung den ſeinigen den ſieg ver-
heiſſen/ und einen pfeil auff die Trojaner ab-
ſcheuſt/ und den einen ſohn des Gylippi nieder-
machet. Es muß auch Eneas/ in dem er unwiſ-
ſend
[[692]]Summariſcher Inhalt
ſend der urſachen dieſes tumults die ſeinigen zu-
ruͤcke zu raffen ſich bemuͤhet/ und ohngefehr von
einem pfeil getroffen und verwundet wird/ aus
dem ſtreit entweichen. Als dieſes Turnus ver-
nimmet/ meinet er/ es ſey ihm erwuͤntſchte gele-
genheit den ſtreit tapfferlich zu fuͤhren an die
hand gegeben/ und thut alſo unter den feinden
eine groſſe niederlage, Mitlerweile bricht die
Venus auff dem berge Ida das kraut Dictam
ab/ und heilet damit ihres ſohnes wunde. Als
nun Eneas wiederumb zu kraͤfften kommen/ mah-
net er ſeinen ſohn Aſcan durch ſein eigen Exem-
pel zur tugend an/ machet ſich eilend fort den ſei-
nigen zu huͤlffe/ und fodert namentlich Turnum
zum ſtreit heraus. Als ſich aber Turnus nicht ſtel-
lete/ (deñ ſeine ſchweſter Juturne/ welcheden fuhr-
man Metiſeum vom wagen herab geſtuͤrtzet hat-
te/ regierete die pferde an deſſelben ſtatt/ alſo/ daß
ſie bald hieher/ bald dorthin lenckete/ und ſie nicht
zuſammen wolte kommen laſſen/) wird er Eneas
ſchluͤßig die ſtadt zu ſtuͤrmen/ ruͤcket derowegen
mit ſeinem heer an die mawren/ und wirfft an
die bollwercke und haͤuſſer fewer. Als nun die koͤ-
nigin Amata vermeinet/ daß Turnus umbkom-
men ſey/ erhencket ſie ſich fuͤr groſſen zorn und
ſchmertzen. Als Turnus aber ſiehet/ daß es ſo
weit
[[693]]der Zwoͤlff Buͤcher Virgilius.
weit gekommen/ daß er den zweykampff noht-
wendig eingehen muͤſſe/ und nicht koͤnne zuſehen/
daß die ſtadt in der feinde haͤnde kaͤme/ ſtehet er
mit Eneen nach inhalt des auffgerichteten
bundes einen ſonderbaren kampff zu halten.
Als ſie nun zuſammen gehen/ und Eneas
durch ſeines itzt gefallenen und uͤberwunde-
nen feindes bitten ſich faſt zur erbaͤrmbde bewe-
gen laͤſſet/ und aber umb deſſelben ſchultern das
guͤrtel und wehrgehencke/ welches Turnus dem
umbgebrachten Pallanti abgezogen hatte/ erbli-
cket/ ſtoͤſſet er ihn alsbald von zorn ergrim-
met den degen durch die bruſt/ und nim-
met ihm das ltben.
Appendix A Die fuͤrnembſten Druckfehler
alſo zu verbeſſern.
Liß p. 18. v. 20. dich reut/ fuͤr/ dir reut. p. 22. v. 12.
liß mich fuͤr/ auch. p. 30. v. 7. liß ruͤſtig/ p. 73. v. 23.
liß Tiſander p, 82. v. 8. liß Griegiſch/ p. 95. v. 25. liß
inne p. 123. v. 20. liß puſch/ p. 127. v. 25. liß trawer-
wein p. 146. v. 2. liß decke/ p. 152. v. 7. liß immer/ p.
171. v. 24. liß hart/ p. 192. v. 1. liß ergriffe/ p. 193.
v. 12. liß/ in ſolcher noht. p. 208. v. 3. werde das woͤrt-
lein und außgelaſſen. v. 5. liß geuſt/ p. 274. v. 22. liß
hencken/ p. 278. v. 15. liß dreygeleibte/ p. 304. v. 27. liß
buͤrd/ p. 307. v. 12. liß werden/ p. 308. v. 17. liß unge-
pfaͤhlten/ p. 326. liß hochgeſtuͤtzet. p. 327. v. 22. liß/
kaͤmpfften. p. 328. v. 4. liß/ rock. p. 338. v. 25. liß/ ihrer.
p. 345. v. 9. liß ſieh. v. 27. liß/ ſich. p. 346. v. 23. liß/
ihm. p. 352. v. 5, liß hirtenſchaar. p. 362. v. 25. liß er-
zogen. p. 365. v. 27. liß/ ſich. p. 379. v. 23. liß riegel.
v. 26. liß faſſen. p. 395. v. 23. liß lincken/ fuͤr/ rechten.
p. 411. v. 18. liß haͤuffig/ p. 423. v. 7. liß Troer. p. 434.
v. 18. liß koͤnnen. p. 443. v. 6. liß/ ſpies. p. 447. v. 24.
liß/ im. p. 475. v. 23. liß/ iſts deiner meinung nach.
p. 481. v. 25. liß/ mir. p. 487. v. 15. liß oberſter. p.
489. v. 22. liß/ haͤuffig. p. 491. v. 21. liß/ von dieſen.
p. 494. v. 1. liß/ auff dieſe rott. p. 513. v. 5. liß/ dis fuͤr/
der. p. 523. v. 28. liß/ ergrinunet. p. 575. v. 21. liß/ un-
befleckt.
Sonſt
[[695]]
Sonſt was in gemein die handlung und die verferti-
gung dieſes buchs anlanget/ wiſſe der guͤnſtige leſer/ daß
im 7. und 11. buche etliche wenig verſe wegen viel eige-
ner nahmen deren/ die in ſcharmuͤtzeln und ſchlachten
umbkommen/ und in unſre teutſche reime ſich nicht
ſchlieſſen laſſen/ ausgelaſſen worden. Uber das ſind fol-
gende oͤrter/ durch hernach erſt einfallende gedancken alſo
von mir verbeſſert werden.
Nemblich p. 312. v. 15. leſe man fuͤr das wort Pyr-
rhen/ Perſen/ und in folgender zeile fuͤr die wort: Achil-
les tapffern ſohn/ Achills verwandtes blut.
p. 365. leſe man den 6. vers alſo:
Mit kuͤriſſen/ und gliſſ von eyſen und von ſtahl
p. 369. werde der 18. vers alſo geleſen:
Den du auf tieffem ſtrom ſiehſt uͤbers ufer gehen.
p. 372. kan der 13. vers beſſer alſo geleſen werden:
Und raffte riſch zur hand mit ſich den ſchild und degen.
p. 376. ſol der erſte vers alſo lauten:
An leibesgroͤſſe gieng Anchiſes vor fuͤr allen.
p. 588. v. 4. leſe mann: Sein roth geſieder ſchwingt.
p. 602. v. 28. werde alſo geleſen:
Nach Turnus tod/ wenn er wird ſeyn getragen hin.
Denn der koͤnig Latinus redet drey verſe.
Quò referor toties? quæ mentem inſania mutat? \&c.
Heimlich bey ſich ſelbſt/ wie etwan in den Comædien o-
der Tragædien zu geſchehen pfleget/ daß der andere nicht
vernehmen ſol.
p. 636. v. 20. leſe man: Tapfferen Cetheg fuͤr Cretea.
[[696]][[697]][[698]][[699]][][][]
- Rechtsinhaber*in
- Kolimo+
- Zitationsvorschlag für dieses Objekt
- TextGrid Repository (2026). Collection 107. Eigentlicher Abriß Eines verständigen/ tapfferen und frommen Fürsten/ Von dem fürtrefflichsten Poeten Virgilius. Eigentlicher Abriß Eines verständigen/ tapfferen und frommen Fürsten/ Von dem fürtrefflichsten Poeten Virgilius. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). Kolimo+. https://hdl.handle.net/21.11113/4kntn.0