130. Hexenkuchen.

Am Tage der Gochsheimer Kirchweihe rief einmal[96] eine dortige Frau, die allgemein für eine Hexe galt, ein kleines Mädchen zu sich und schenkte ihm ein Stück schönen, weißen Kuchens. Ohne davon zu essen, nahm das Kind den Kuchen mit nach Hause, wo seine Mutter, als sie erfahren, woher er komme, ihn gleich in die Küchenkammer verschloß. Am andern Morgen fand sie, statt seiner, ein Stück groben Schwarzbrods, worin eine Menge Menschenhaare eingebacken war.


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TextGrid Repository (2026). Baader, Bernhard. 130. Hexenkuchen. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4hpg2.0