Armůt wee thůt.

Armůt studiert / Reichtuinb jubiliert. Der mensch lebt nit on überfluß. Von dem das er zur not braucht / lebt der mensch / das übrig so er nit brauchen kan / ist ein Mammon / vnnd überfluß / vnrecht gůt. Biß arm im geyst / sagt Ambrosius / so bistu mit eim ieden zinß reich: Dann der mensch lebt nit von überfluß / sonder von der krafft des glaubens. Die reichthumb machen dich warlich reich / so du inn Got reich bist. Die armůt ist allerkünst stieffmůtter. Auff harren betten ligt man wol. Armůt ist [314] ein vnwerder gast. Im mittel lebt man am besten. Zwischen armůt vnd reichthumb ist das best leben. Die armůt ist der reichen kůh. Die armen helffen all / daß kein reicher fall.

Da sihet mann / wie die armen den reichen zůtragen / nit allein das sie schuldig / sonder geschenck vnd gabe / da wil niemand lehr kommen. Arm sein ist ein kunst / wers kan. Armůt vnd alter seind zwo schwere bürde. Armůt ist ein last / alter ein vnwerder gast.


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TextGrid Repository (2026). Egenolff, Christian. Armut wee thut [2]. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4hj06.0