Das ey ist klüger dann die henne.

Ein ey ist von der hennen kommen / vnn vermag für sich nichts / hat auch kein leben / es kan auch weder gehen noch stehen / biß so lang die henne mit jrer natürlichen hitz dem ey das leben gibt / vnd wirt endtlich ein hünlin drauß. Wenn nun ein nichtigs ein hohes / ein vnweiser vnd narr einen weisen leret / von dem er billich leer vnnd vnderricht entpfahen solt / so ist der narr klüger denn der weise / das ey klüger denn die henn / Es verkert sich / denn es ist in der natur also geordnet / daß das kleine von dem grossen entpfehet / Der mon vnd alle stern nemen jr liecht von der Sonnen / Die erde entpfehet feuchtigkeyt von dem himel / Der leib des menschen wirt von den augen regieret / alleyn der narr wil den weisen nit hören / sonder wil selbs weiß sein. Christus klaget solchs im Euangelio / daß es in der welt ein verkerts wesen sei /Die weißheyt můß sich richten lassen von jren kindern.


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TextGrid Repository (2026). Egenolff, Christian. Das ey ist klüger dann die henne. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4hhfp.0