Du darffest keiner brillen / du sihest wol durch die finger.

Also soll ein Brillenmacher eins mals eim Bischoff klagt habē / daß die jungen pfaffen keiner brillen zu jhrem gebet bedörffen / so kündens die alten aussen /Die grossen herren aber / die sehen durch die finger /dörffen derhalben auch keiner brillen / darumb müsse er verderben. Brauchs so du wilt sagen / Es stell sich einer ein ding nit wissen noch sehen / das er doch sihet vnd weyß. Wir sagen: Er lauert / Er schlafft wie ein haß. Er schwert darfür / vnd gehet erst daruon. Auff die art sagen wir auch: Er acht keins glantz /trinckt wol auß eim hafen. Er ist einfeltig / badet inn hosen. Katz mag der fisch nit. Der pfaff schlegt das opffer auß / wie der Klingler das brot.


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TextGrid Repository (2026). Egenolff, Christian. Du darffest keiner brillen - du sihest wol durch die finger. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4hh2x.0