[299] 304. Der gespenstige Küfer.

v. Herrlein S. 19.


In dem Keller des Schönborner Hofes zu Aschaffenburg, unter dem Baue, welcher zunächst des Freihofes liegt, befand sich ein großes Weinlager. Der Küfer, welcher dasselbe zu beaufsichtigen hatte, war so diensteifrig, daß er alles Andere darüber vergaß; er hämmerte oft an den Fässern herum bis tief in die Nacht. So trieb er's einst auch an dem heil. Weihnachtsabend, und die Leute, die in die heil. Christmette gingen, und die, welche heraus kamen, hörten ihn noch im Keller klopfen. Deßhalb hebt er jetzt noch, wenn es zur heil. Christmette läutet, zu klopfen an, und man kann das unheimliche Hämmern hören, so lange die heil. Christmette währt.


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TextGrid Repository (2026). Schöppner, Alexander. 304. Der gespenstige Küfer. Corpus of Literary Modernity (Kolimo+). https://hdl.handle.net/21.11113/4h6fs.0